Amulet sind tot, Gluecifer sind tot,
Turbonegro stinken auch schon – es sah schon einmal besser aus für
Norwegens Rockszene. Doch halt, es gibt da noch diese Band
„WE“, die auf ihrem letzten Album „Smuggglers“ schon Stoner-
mit Krautrock mischte und nicht umsonst von „Masters of
Reality“-Sänger Chris Goss, der auch schon bei QOTSA und KYUSS
für den richtigen Sound sorgte, produziert wurde.
Nachdem die Band in den letzten Jahren
sogar mit Motörhead die Bühnen teilte, sah man sich jetzt
wohl gewappned für ein neues Album, dessen bipolarer Titel
„Tension & Release“ durchaus auf die Musik der Band
übertragbar ist – mal hart, mal weich; mal
Voll-auf-die-Fresse, mal in einer völlig anderen Dimension. Bei dieser Soundumschreibung wundert es
sicher nicht, dass sich der WE-Sound gleich aus Teilen der halben
Rockgeschichte zusammensetzt. Da treffen Krautrock und 70er Hardrock
auf Stoner und 80s Metal, da treffen die atmosphärischen
Keyboardklänge des Neueinsteigers Tariq Rui auf cheesy Chöre
– und das alles, ohne auch nur eine Sekunde heterogen zu wirken. Die gegensetzlichen Seiten bekämpfen
sich also nicht, wie auf dem Cover das Engelchen und das Teufelchen,
sondern gehen eine erstaunlich gut funktionierende Symbiose ein.
Bei all der Vielseitigkeit sollte dabei
keinesfalls die Tatsache unter den Tisch fallen, dass „Tension &
Release“ von den ersten Tönen des Openers „Lotus Rising“
bis zum opulenten Neun-Minuten-Finale „Freaks In The Streets“
eine absolute Qualitätsplatte für Anhänger jeglicher
Lager ist. Mit den in der norwegischen Heimat
längst Singlestatus innehabenden Songs „That's Why (You're So
Fine)“ und „Hurdy Gurdy“ ist dann auch noch für die DJs
was dabei. Durchhänger? No way! Wir haben
hier die erste handfeste Rock'n'Roll-Überraschung des Jahres.
Schüttel dein Haar für mich!
Trackliste:
01. Lotus Rising
02. Free Behind Bars
03. That's Why (You're So Fine)
04. For Love, For Life
05. Popuhl Vuh
06. Appreciation
07. Hurdy Gurdy
08. Post Millenium Tension Blues
09. Thorns
10. No End
11. Freaks In The Streets