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r/v ROBERT PLANT / ALISON KRAUSS - 10.05.2008, Düsseldorf, Philipshalle


11.05.08

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Geiler One Night Stand…, aber kein Led Zeppelin Beweihräucherungsabend!

Robert Plant ist auf Grund seiner Led Zeppelin Vergangenheit eine der Lebenden Rocklegenden schlechthin, für Alison Krauss gilt ähnliches im Bereich Bluegrass/ Country, auch wenn sie von Alters wegen seine Tochter sein könnte. Dementsprechend ist das Unterfangen, nach dem hervorragenden Album „Raising Sand“, zusammen ein Livekonzert zu geben kein leichtes, denn Fans beider musikalischen Fraktionen wollen natürlich nicht nur Songs von „Raising Sand“ hören, sondern auch von den „original“- Interpreten, in erster Linie natürlich von Led Zeppelin (wie diverse Zwischenrufe wie „Stairway“ etc. durchgehend belegen). 

Das Konzert beginnt in der bestuhlten und nicht ausverkauften Philipshalle mit „Rich Woman“ dem ersten Song des gemeinsamen Albums, scheinbar um die Besucher kollektiv und groovend einzustimmen, auf das was da noch kommen möge.

Das Publikum (90% < 40 Jahre alt) beginnt denn auch gleich rhythmisch zu klatschen (sic!) und mannigfaltige Rufe künden von allgemeiner Euphorie, als Alison Krauss (schreitend) und dann Robert Plant (tänzelnd) auf der Bühne erscheinen. Eines ist klar: das Bühnebild ist schlicht, aber bezaubernd und die Band auf der Bühne wird den Abend fest im Griff haben, denn glockenklar und höchst groovy starten die Musiker in Tom Waits´scher Manier in den Abend! 

Nach wenigen Songs wird allerdings das zu Anfangs angesprochene Problem der musikalischen Aufteilung zwischen den beiden Protagonisten zum Setlisten-Problem, denn erst verschwindet Plant (?) gleich für mehrere Minuten und Krauss strapaziert lange mit einem Folksong, dann wiederholt sich das Szenario - nur umgekehrt und Kraus verschwindet hinter den Bühnenvorhang;  immer hin: Plant intoniert danach mit „Black Dog“ das erste Led Zeppelin Stück des Abends (zwei oder drei weitere sollten in ähnlichem Countryswing- outfit folgen). 

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Nach dieser mittelmäßigen Orientierungslosigkeit darüber, wie es denn nun weitergehen wird, scheint allerdings die gesamte Show fortschreitend ganz eng zusammen zu wachsen. Zwar vermeiden Plant/Kraus die sonst üblichen aber gänzlich abgenutzten Umarmungs- und „Küsschen hier -Küsschen da“- Duettschmeicheleien, aber das zeugt wohl eher von tiefem, gegenseitigem Respekt, denn von Kälte auf der Bühne, denn diese vibriert in gleißenden Blau- und Rottönen.

Stimmlich ist Plant ganz auf der Höhe und auch wenn seine Moves und Grooves dem Alter Tribut zollen müssen, hier und da blitzt der Alte Schweinerocker schillernd, aber kurz wie eine Sternschnuppe auf, und versetzt das Publikum in Blitz-Ekstase.

 Weiterhin bleibt es auf der Bühne abwechselungsreich, eine angenehme Beleuchtung führt stilsicher durch die Performance, lediglich der FOH-Soundmann zwingt uns leider irgendwann dazu, Taschentücher in die Ohren zu stopfen, um nicht die letzten Häärchen für höhere Frequenzen in den Ohren wegzubrutzeln. Schade, denn diese übertrieben Lautstärke hätte gar nicht sein müssen ;-( , das anfängliche Bar Feeling war viel, viel faszinierender.

 Zwischendurch darf dann auch der mitangereiste Produzent von „Raising Sand“ für zwei Songs ans Mikro wechseln : T-Bone Burnett, ein mind. Zwei Meter großer , Pfarrer - like aussehender Hühne mit grauem Seitenscheitel und der Lizenz zum TWANG!

Seine zwei Songs sind cool, aber irgendwie an diesem Abend fehl am Platze, wobei der Mann sicherlich auch einen ganzen Abend musikalisch gut füllen kann, nicht nur durch seine Statur.

Auffälligste Musker sind darüber hinaus der Drummer Jay Bellerose, der in Sachen Groove und Move alle bestehenden Rekorde bricht, sowie Buddy Miller, der die „dreckige“ Gitarre des Abends bedient und mit seinem kleinen Hütchen zumindest von weitem an ROCKY´s Trainer Mickey (Burgess Meredith) erinnert!

Alles in allem ein gelungener Abend, der aber durch seine Vielfältigkeit (zwischendurch wurde z.B auch noch eine a capella Version von "Down to the River to pray" (remember: “Brother, where ar thou?“ geboten, Klasse!!) nur sehr differenzierte Begeisterung zu liess. Ein Robert Plant/ Led Zep Beweihräucherungsabend war es jedenfalls definitiv nicht! Gut so!

Auf der Bühne:
Robert Plant - Vocals
Alison Krauss - Vocals and Fiddles
T-Bone Burnett - Guitars and Vocals
Stewart Duncan - Guitars and Mandolins
Buddy Miller - Guitars, Mandolins, Pedal Steel, Autoharp
Dennis Crouch - Bass, Banjo
Jay Bellerose - Drums and Percussion

Plant/Krauss: BLACK DOG 

 

 Weitere Empfehleswerte Videos:

http://www.youtube.com/.... (about “Raising Sand”)
http://www.youtube.com/....(Gone Gone Gone, Videoclip)
http://www.youtube.com/.... („Rich Woman“ -  live)
http://www.youtube.com/....(Black Dog)
http://www.youtube.com/....(Black Dog by Led Zeppelin)

Links:  

http://www.robertplantalisonkrauss.com
http://www.tboneburnett.com   

 

Dies hier könnte übrigens die Setliste gewesen sein:

Rich Woman
Leave My Woman Alone
Black Dog
Sister Rosetta Goes Before Us
Through The Morning, Through The Night
Let Your Loss
Fortune Teller
In the mood
Black Country Woman
Shut it Tight
Laissez Les Bons Temps Rouler
Trampled Rose
Green Pastures
Down In The River To Pray
Killing The Blues
Nothing
The Battle of Evermore
Please Read The Letter
Gone Gone Gone
ENCORE 1:
Angeline the Baker
One Woman Man
Your Long Journey
ENCORE 2:
unbekannter Rockabilly Song (??)
When The Levee Breaks

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Nachricht an Autor andrew.uhlemann@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 16.05.08 )
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