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12.06.08 |
 |  | | Make Love, Not War
Ja ja, John Lennon hat es schon vor Ewigkeiten gepredigt. Give peace a chance, und so. Hunderte Bands haben sich seitdem auf die Fahnen (und Saiten) geschrieben, mit entwaffnenden Melodien gegen den Krieg in die Schlacht zu ziehen. Daran kann eigentlich auch niemand etwas Verwerfliches finden. Worüber soll man denn sonst in Popmusik singen, außer Krieg und Liebe? THE FRENCH SEMESTER sind da eigentlich fast ein bisschen spät dran. Die große Anti-War und Flower Power Zeit ist längst vorbei. Da kann man ja fast froh sein, dass in Zeiten von 9/11 und "Schurkenstaaten" Politik wieder jede Menge hergibt, worüber engagierte, junge Bands singen können. Denn Musik wie die von THE FRENCH SEMESTER, so rückwärtsgewandt sie auch sein mag, kann nie zu spät dran sein. Schon nach den ersten Songs wird klar: Die Zutaten sind denkbar einfach. Folkige Gitarren, lässige Rhythmen und immer leicht entrückte Background Vocals breiten einen Klangteppich aus, der so homogen ist, dass er fast einschläfert. Vor dem inneren Auge liegen die Protagonisten der Songs schon längst gemütlich an irgendeinem Strand, blinzeln in die Abendsonne und klimpern gemütlich ihre Songs vor sich hin. Aber Popmusik wird ja gerne unterschätzt. Obwohl die Stimmung des Albums nur selten die allgegenwärtige Gemütlichkeit abschüttelt, setzen Songs wie "United Nations" mit erhebenden "Oh oh oh" Passagen geschickt Widerhaken. "Paradise" fährt glückselige Handclaps auf und lässt dabei bitterbösen Zeilen wie "This is the world you'd better negotiate and keep it down" vom Stapel. Und am zwischendurch gibt es dann sogar unerwartet brachiale Soundwände in "The Red, The Black And The Blue". Und wenn man sich bei diesen Songs in Sicherheit wähnt, dann nutzen THE FRENCH SEMESTER das gnadenlos aus. Alle politischen Themen des Debüts abzuhandeln, würde locker mehrere Bachelorarbeiten füllen; weshalb das hier auch nicht versucht wird. Eine Band, deren Mitglieder von Indien über Mexiko und Vietnam bis nach England aus jeder Ecke der Welt stammen, dürfte sowieso zu komplexe Gedanken haben. Die Selbstbeschreibung "Anti-Kriegs-Immigranten-Pop" muss wohl reichen. Der Rest ist freigegeben zur Interpretation. Ist vielleicht auch besser so. Denn die eigentliche Leistung von "Open Letter To The Disappeared" liegt ohnehin darin, 15 mal quasi denselben Song so abzuwandeln, dass er jedes Mal aufs neue begeistert. Und wie THE FRENCH SEMESTER das machen, versteht auch der politisch Unmotivierteste, solange er ein Herz hat.
Trackliste: 01. The Blue Distance
02. Arrowheadings
03. Subway To The Dky
04. United Nations
05. Your Masterplan
06. The Day Of The Barrel
07. Winter Song
08. Summer Face
09. The Red, The Black And The Blue
10. A Singularity
11. Me And The Mockingbird
12. Paradise
13. Don't Be A Magistrate
14. The Moon Will Be Watching
15. How Do We Act | | | | | Nachricht an Autor eric@triggerfish.de | | | | Weitere Beiträge von Eric Baudner | |
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Letzte Aktualisierung ( 12.06.08 )
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