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16.06.08 |
Rock'n'Roll All Nite!
Kaum zu glauben, aber wahr: fast zehn
Jahre nach der „Psycho Circus“-Tour kommt die mit 80 Millionen
verkauften Platten dritterfolgreichste (nach den Beatles und Stones,
natürlich) Band aller Zeiten wieder nach Deutschland. Was viele
nicht mal mehr zu hoffen wagten, wird Realität. Dass KISS seit eben jenem „Psycho
Circus“ kein reguläres Studioalbum veröffentlich haben,
ist den Fans da mehr als egal, denn schließlich soll die
Schaffensphase der glorreichen 70er Jahre abgefeiert werden, was KISS
letztendlich auch zum Leitmotiv der Tour erklärt haben. In Oberhausen findet, nach dem immensen
Andrang beim Ticket-VVK, nun schon das zweite Konzert der
Jubiläumstour zum 35 jährigen Bestehen der Band statt und
schon in den frühen Nachmitagsstunden machen Fans, mit für
den gemeinen Betrachter furchterregenden Make-Ups, das nahegelegene
Centro unsicher. Scheint ein Heidenspaß zu werden, mit den
vermeintlichen Knights In Satan's Servant.
Der undankbare Supportslot geht an
diesem Abend an From First To Last, die ihren breiten Emo-Rock, der
wohl viel lieber öfters in Arenen und Stadien zuhause wäre,
vor einem äußerst desinteressierten Publikum darbieten
dürfen. Apropro Stadion: Irgendwie weist die halbe Stunde
Programm erstaunliche Parallelen zum portugiesischen Superstar
Cristiano Ronaldo auf, denn das ist zwar alles technisch durchaus
nahe an der Perfektion, aber ohne den Hauch Seele, den gute Musik
eben ausmacht. Gut möglich, dass Gene Simmons, seinem eigenem
Ruf, der mit „Geldgeier“ noch recht harmlos umschrieben ist,
folgte und den Supportslot meistbietend verhökert hat. Heuschrecke, ick hör dir trapsen.
„You Wanted The Best – You Got The
Best. The Hottest Band In The World: KISS!“ Das eine KISS-Show mit diesem Satz
beginnt, ist ebenso wenig erstaunlich wie die Eröffnung mit
„Deuce“ vom allerersten selftitled KISS-Album. Der Hit „Strutter“
vom selben Album ballert direkt hinterher. Ohne Frage sind die
KISS-Gründer Paul Stanley und Gene Simmons ja auch absolute
Profis, die wissen, wie man sowas macht. Auch das Spektakel, das bei KISS
bekanntlich eine große Rolle spielt, kommt an diesem Abend
natürlich nicht zu kurz, denn was teilweise abgeht auf der Bühne
ist wahrlich ein Psycho Circus mit allem was dazu gehört: die
Band kommt zu Konzerbeginn von der Decke herunter gefahren, Paul
Stanley spielt, dank zweckentfremdeter Spielplatzseilbahn, auch mal
mitten im Innenraum. Nicht zu vergessen die obligatorische
Demon-Einlage inklusive Kunstblut von Gene Simmons. Die obskure Unmasked-Zeit der Band ist
da schnell vergessen, obwohl dann doch der Song „Lick It Up“ vom
gleichnamigen, eben jene Epoche einleitenden Album auf der Setlist
gelandet ist. Alles in allem war das Konzert eine
klasse Zeitreise zurück in die wilden 70er. Wer's verpasst hat, kann sich übrigens
glücklich schätzen: Paul Stanley hat während des
Konzerts weitere Europa-Abstecher für's kommende Jahr
angekündigt.
Setlist:
Deuce Strutter Got to Choose Hotter Than Hell Nothin' to Lose C'mon and Love Me Parasite She 100,000 Years Cold Gin Let Me Go, Rock 'N Roll Black Diamond Rock and Roll All Nite ------------------------- Shout It Out Loud Lick It Up I Love It Loud I Was Made for Lovin' You Love Gun Detroit Rock City
Fotos: Anabel Jensch
Link: KISS-Homepage
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Letzte Aktualisierung ( 16.06.08 )
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