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r/v: KISS – 11.06.2008, Oberhausen, Arena


16.06.08
ImageRock'n'Roll All Nite!

ImageKaum zu glauben, aber wahr: fast zehn Jahre nach der „Psycho Circus“-Tour kommt die mit 80 Millionen verkauften Platten dritterfolgreichste (nach den Beatles und Stones, natürlich) Band aller Zeiten wieder nach Deutschland. Was viele nicht mal mehr zu hoffen wagten, wird Realität.
Dass KISS seit eben jenem „Psycho Circus“ kein reguläres Studioalbum veröffentlich haben, ist den Fans da mehr als egal, denn schließlich soll die Schaffensphase der glorreichen 70er Jahre abgefeiert werden, was KISS letztendlich auch zum Leitmotiv der Tour erklärt haben.
In Oberhausen findet, nach dem immensen Andrang beim Ticket-VVK, nun schon das zweite Konzert der Jubiläumstour zum 35 jährigen Bestehen der Band statt und schon in den frühen Nachmitagsstunden machen Fans, mit für den gemeinen Betrachter furchterregenden Make-Ups, das nahegelegene Centro unsicher. Scheint ein Heidenspaß zu werden, mit den vermeintlichen Knights In Satan's Servant.

Der undankbare Supportslot geht an diesem Abend an From First To Last, die ihren breiten Emo-Rock, der wohl viel lieber öfters in Arenen und Stadien zuhause wäre, vor einem äußerst desinteressierten Publikum darbieten dürfen. Apropro Stadion: Irgendwie weist die halbe Stunde Programm erstaunliche Parallelen zum portugiesischen Superstar Cristiano Ronaldo auf, denn das ist zwar alles technisch durchaus nahe an der Perfektion, aber ohne den Hauch Seele, den gute Musik eben ausmacht. Gut möglich, dass Gene Simmons, seinem eigenem Ruf, der mit „Geldgeier“ noch recht harmlos umschrieben ist, folgte und den Supportslot meistbietend verhökert hat.
Heuschrecke, ick hör dir trapsen.

Image„You Wanted The Best – You Got The Best. The Hottest Band In The World: KISS!“
Das eine KISS-Show mit diesem Satz beginnt, ist ebenso wenig erstaunlich wie die Eröffnung mit „Deuce“ vom allerersten selftitled KISS-Album. Der Hit „Strutter“ vom selben Album ballert direkt hinterher. Ohne Frage sind die KISS-Gründer Paul Stanley und Gene Simmons ja auch absolute Profis, die wissen, wie man sowas macht.
Auch das Spektakel, das bei KISS bekanntlich eine große Rolle spielt, kommt an diesem Abend natürlich nicht zu kurz, denn was teilweise abgeht auf der Bühne ist wahrlich ein Psycho Circus mit allem was dazu gehört: die Band kommt zu Konzerbeginn von der Decke herunter gefahren, Paul Stanley spielt, dank zweckentfremdeter Spielplatzseilbahn, auch mal mitten im Innenraum.
Nicht zu vergessen die obligatorische Demon-Einlage inklusive Kunstblut von Gene Simmons.
Die obskure Unmasked-Zeit der Band ist da schnell vergessen, obwohl dann doch der Song „Lick It Up“ vom gleichnamigen, eben jene Epoche einleitenden Album auf der Setlist gelandet ist.
Alles in allem war das Konzert eine klasse Zeitreise zurück in die wilden 70er.
Wer's verpasst hat, kann sich übrigens glücklich schätzen: Paul Stanley hat während des Konzerts weitere Europa-Abstecher für's kommende Jahr angekündigt.


Setlist:

Deuce
Strutter
Got to Choose
Hotter Than Hell
Nothin' to Lose
C'mon and Love Me
Parasite
She
100,000 Years
Cold Gin
Let Me Go, Rock 'N Roll
Black Diamond
Rock and Roll All Nite
-------------------------
Shout It Out Loud
Lick It Up
I Love It Loud
I Was Made for Lovin' You
Love Gun
Detroit Rock City


Fotos: Anabel Jensch





Link:
KISS-Homepage

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Nachricht an Autor benedikt.heimann@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 16.06.08 )
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