Das Festival-Highlight von A-Z
A Alkohol, der: Gehört in Maßen
durchaus zu einem gelungenen Festival dazu. Leider schien er für
manche aber auch der einzige Beweggrund für den Hurricane-Besuch
gewesen zu sein.
„Anyone Can Play Guitar“: Alter
Radiohead-Gassenhauer, der am Festival-Wochenenden von ein paar
Trunkenbolden, aber auch der ein oder anderen Band bestätigt
wurde.
Ausverkauft: War das Festival in diesem
Jahr. Bei näherer Betrachtung des Line-Ups auch wenig
verwunderlich.
B Beste Band der Welt, die: Auch wenn
sich die Ärzte so nennen, halten viele Musikfans Radiohead für
eben diese. Der Auftritt beim Hurricane sollte diesen Musikfans in
die argumentativen Karten spielen. Viel Spektakel auf der Bühne
und ein hervorragend aufgelegter Thom Yorke. Ein wahrlich würdiger
Festival-Headliner.
Briten-Indie: The Enemy, The Wombats,
The Subways, The Pigeon Detectives, The Kooks und äääähm
die Kaiser Chiefs. Vornehmlich auf der blauen Bühne anzuschauen.
C Chaos, das: Wurde perfekt, als manche
Leute wegen Platzmangels auf den Wegen zelteten. Aber es gab ja noch
einige markante Flaggen zur Orientierung.
D Drummer, der: englisch für
Schlagzeuger. Der bekannteste Drummer des Festivals trat jedoch mit
Gitarre auf, denn Dave Grohl rockte mit seinen Foo Fighters als einer
der Headliner. Zwischen „The Pretender“ und „Best
Of You“ fast nur Hits und ein schmaleres Akustikset als bei einem
regulären Gig der Foos. Da der Auftritt an einem Samstag
stattfand, nahm sich Dave Grohl dann auch mal das Recht heraus a la
Gottschalk zu überziehen. So macht man das.
E Einlass, der: Nur ohne Flaschen und
andere gefährliche Gegenstände kam man aufs
Festivalgelände. Selbstverständlichkeit.
F Flunkyball: Beliebteste Kombination aus
Sport und Trinkspiel auf dem Campingplatz. Wird bestimmt bald olympisch.
Frankreich: Dort hatte der Bandbus von
Foals eine Panne. Ihr Auftritt musste leider ausfallen.
G Grillen, das: Essentiell. Irgendwie
muss man ja satt werden.
Gelb-graue Wolken, die: Perfektes
Setting für den Sigúr Ros-Auftritt.
H Hamburger Schule, die: Ja, Tocotronic
waren auch da. Auch Kettcar, die von manchen fälschlicherweise
gerne zum Genre gezählt werden. Kein Wunder, ist die Stadt doch nicht
allzu weit vom Festival-Gelände entfernt.
I Iglu, das: siehe „Zelt“
J Jubiläum, das: Gab es in diesem
Jahr keines zu feiern. Aber 2011 wird das Festival stolze 15 Jahre
alt.
K Kalorien, die: a) Scheinbar die neue Ersatzdroge von
Dave Wyndorf. Auch wenn der Gute jetzt einen deutlich größeren
Schatten wirft, war es schade, dass der Auftritt seiner Band Monster
Magnet nur ein Schatten ihrer selbst war. Übrigens war Wyndorfs
Leibesfülle letztlich auch Gesprächsthema Nr. 1 am Freitag.
O-Ton: „Boah, ist Dave Wyndorf fett geworden.“ b) Führten sich die tapferen
Camper vornehmlich durch Ravioli, Grillgut und Dosenbier zu.
„Karma Police“: Radiohead-Hit von
ihrem Opus Magnum „OK Computer“. Fand ebenso wie „Creep“
keinen Platz im Radiohead-Set. War zu erwarten.
L Lila: Farbe der kommunistischen
Einheits-Uniform im Jahre 2008. Zumindest, Wenn es nach der
(International) Noise Conspiracy geht, die am Festival-Samstag einmal
mehr einen hervorragenden Auftritt ablieferte und mindestens das
halbe kommende „The Cross Of My Calling“-Album spielte.
Lightshow, die: Welche war nun besser?
Die von Radiohead oder den Chemical Brothers?
M Marcus, Alexander: Den selbsternannten
König seiner selbsterfundenen Musikichtung „Electrolore“
vernahm man des öfteren aus Ghettoblastern auf dem Campingplatz.
Musikgeschmack, der: Auch wenn man beim
diesjährigen Festival-Billing von vorhandenem Musikgeschmack bei
den Besuchern eigentlich ausgehen könnte, konnte man einmal mehr
zwischen den Zelten sehr oft Dimple Minds oder 08/15 Punkrock hören.
Wegen Sigúr Ros waren die wohl nicht da.
Mückenpisse, die: ugs. für
„ganz wenig Regen“. Zu beobachten am Anreise-Donnerstag und in
den ersten Minuten des Euro-Vertelfinals.
Müll, der: Wird immer mehr ein
Riesenproblem auf dem Campingplatz. Es wird wohl Zeit, nach einer
Alternative zum eigentlich bewährten 5 Euro-Pfand zu suchen.
N Nächte, die: Wie gewohnt
ungewöhnlich kurz.
Nazis, die: Waren natürlich keine
da. Auch wenn Fangesangseinzelphänomene wie „Besiktas,
Besiktas, Galatasaray, Fenerbahce Istanbul – Wir hassen die Türkei“
schon sehr bedenklich stimmen. Halbfinale hin oder her.
NOFX: Kalifornische Melodycore-Legende.
Gab die bewährte Mischung aus 50% blödsinnigem Gelaber und
50% Punkrockhymnen zum Besten. Kill All The White Men!
O Open Stage, die: Zum Tagesbeginn konnte
man – am Mikro oder am Instrument seiner Wahl – auf der Zeltbühne
mit einer Profi-Band seine Lieblingslieder spielen/singen. Lustige
Aktion.
P Polizei, die: Hatte sehr wenig zu tun
in diesem Jahr. Gut so.
Q Qual, die: Die sprichwörtliche
„Qual der Wahl“ wurde nach Studium des Time-Tables einmal mehr
bittere Realität.
R Regen, der: Obwohl eigentlich der
natürliche Feind eines Festivals, sorgte er pardoxerweise für
einen tollen Auftritt von Tocotronic. Wegen jenem Regen musste die
Band nämlich in der Mitte von „Kapitulation“ kapitulieren,
um 10 Minuten später wieder mit dem Song beginnen zu können. Aber auch Blitze und Donner der
Unwetterausläufe konnten die Wut in von Lowtzows Texten prima
unterstreichen.
S Schweinsteiger, Bastian: Sorgte mit
seinem 0:1 gegen Portugal am Anreisetag für einen guten Start
der Mega-Party.
Southside, das: Zwillingsfestival im
Süden
Staub, der: Wegen Hitze und Trockenheit
massig vorhanden. Gab vielen Festivalbesuchern – egal, ob geduscht
oder nicht – das Aussehen eines Wüstenkriegers.
T Tageslicht, das: Völlig ungeeigent
für Bands wie The Notwist, um die ihnen eigene Atmosphäre
aufzubauen. Aber so ist das halt bei Festivals.
Torsten: Wurde eine kleine Maus von
Festivalbesuchern genannt, als sie den essenden Fans einen Besuch
abstattete. Natürlich bekam Torsten von diesen auch ein paar
Pommes zur Stärkung.
U Unwetter: Sollte es am Sonntag laut
Wetterdienst geben. Gab's aber nicht.
V Viva con Agua: Initative des
Ex-St.Pauli-Kickers Benjamin Adrion, die mithilfe von Spenden und
ehrenamtlichem Engagement Projekte für sauberes Trinkwasser in
Entwicklungsländern realisiert. Helfer des Initiative nahmen auf dem
Festivalgelände Pfandbecher als Spenden für ein Projekt in
Kambodscha entgegen. Tolle Idee, sinnvolles Projekt.
Vögel, die: Wenn man nah genug am
Wald campte, konnte man sogar von ihnen statt von den böhsen
onkelz geweckt werden.
W Wellenbrecher, die: Wichtiger Schutz
des Publikums vor zu viel Drängelei bedingtem Druck von hinten.
Der begehrte Einlass vor den ersten Wellenbrecher wurde in diesem
Jahr auch besser gelöst als in den Vorjahren.
Wiese, die: War nach dem Abbau der
meisten Zelte am Montag kaum zu sehen.
X Xylophon, das: Hatten Sigúr Ros
dabei und boten eine hinreißende, atmosphärisch dichte
Performance. Island muss wohl auf einem anderen Stern liegen.
Y Yorke, Thom: Radiohead-Sänger. War
während des British Sea Power-Auftritts im Zelt auch im Publikum
zu finden.
Z Zelt, das: a) Wohl wichtigster
Ausrüstungsgegenstand. Wer will auch bei einem Festival schon
unter freiem Himmel schlafen. Allerdings wurde es in den Zelten in
diesem Jahr ob der Hitze sehr schnell heiß und unerträglich,
was man den Festivalbesuchern auch spätestens am Sonntag in den
Gesichtern abzulesen war. b) ugs. für die kleinste Bühne
des Festivals. Grandiose Auftritte von Blackmail, Tegan and Sara,
Digitalism, den Weakerthans, u.v.m. c) ugs. für das „Partyzelt“,
das für alle mit guter Kondition eine riesige Party bis in die
Morgenstunden bot
Zwillinge, die: Mit Tegan and Sara
waren sie da, des Indie-Fans liebste Zwillinge - und sie boten ein
tolles Kontrastprogamm zur Standard-Beatsteaks-Show.
Zwotausend-Neun, das Jahr: Auch 2009
wird wieder gerockt. Wohl vom 19.-21. Juni. 
Fotos:
HURRICANE-Festival
Link: Hurricane-Homepage |