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05.08.08 |
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Clockwork Orange reloaded
Der Autor von „Kill your Friends“ John Niven war selbst nicht besonders erfolgreich als A&R - immerhin hat er mal COLDPLAY abgelehnt - aber als Autor macht er alles richtig. Sein Antiheld John Stelfox ist (ebenfalls) A&R Manager bei einer großen Plattenfirma in England, Ende der goldenen 90 er Jahre. Er ist passionierter Nihilist und pfeift auf alles, was dem Leben einen Sinn geben könnte. Maßlosigkeit, Sex, Brutalität und Drogen bestimmen seinen lasterhaften Alltag. Der Wind dreht sich aber deutlich, als mehr Leistung von der Firmenspitze gefordert wird. Als sogar sein Job in Gefahr gerät, kommt die verbohrte und verdorbene Ellenbogenmentalität von Stelfox erst recht zu Tage und er selbst kennt keine Grenzen mehr, in seinem liederlichen Tun. Soweit die Story, denn „Kill your Friends“ ist eigentlich eine typische Kriminalgeschichte, aber diese geht eigentlich ganz schön unter in dem Umfeld, welches beschrieben wird. Midem, SXSW, New York, London, das Ganze Musikbusiness-Programm wird in wenigen Akten durchgenommen und wer mal dabei war, weiß, dass Niven die für manche fragwürdigen Szenarien vor Ort ziemlich realistisch beschreibt.. Steven Stelfox ist zwar böse, aber er plaudert so manch eine Weisheit aus, die dem Leser ein zustimmendes Lächeln entrücken kann, ja sogar muss. Man will sich nicht vorstellen, dass große Teile der Musikindustrie auch nur ansatzweise moralisch so dermaßen entkernt durch die Gegenwart schweben und wenn man einer Newcomerband angehört, sollte man dieses Buch nicht gerade als Motivationshilfe gegen schlechte Zeiten lesen. Aber oft genug hat Steven Stelfox auch recht und beißt gedanklich wie ein angeschossener Pitbull so derbe um sich, dass es schon fast eine Freude ist, ihm zu folgen. Es bleibt der schale, aber gleichwohl faszinierende Geschmack von einer ordentlichen Ladung CLOCKWORK ORANGE auf der Zunge, oh meine Brüder und Schwestern, allerdings haben sich die Zeiten geändert für die DROOGS. Es reichen nicht mehr Molokko Plus und ein Paar Takte Beethoven um so richtig schlecht abzufahren, nein es braucht gleich pfundweise helles Pulver, Schnaps und wirklich schlechte Laune für den zutiefst befriedigenden Todesstoß. Gibt es eigentlich für Bücher auch eine FSK? Hier sollte sie bei 21 Jahren einrasten, denn zumindest ich habe lieber noch mehr schlechte Casting-Girlie-Bands um mich, als in Zukunft solche Typen wie Steven Stelfox. Amen. ähnliche Artikel bei triggerfish.de: |
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Letzte Aktualisierung ( 30.12.09 )
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