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r/v: OPEN SOURCE FESTIVAL – 23.08.08, Düsseldorf, Strandbad Lörrick


26.08.08
ImageHeiter bis wolkig am Rhein

Regnet's oder regnet's nicht? Dies war die alles entscheidende Frage an diesem Samstag. Denn wer das erste Open Source vor 2 Jahren miterlebt hat, weiss ganz einfach, wie sich woodstock-ähnliche Verhältnisse anfühlen. Und so kommen denn auch unangenehme Erinnerungen auf, als sich gegen 16.00 Uhr die Schleusen des Himmels öffnen und erneut die Rheinauen des Lörricker Freibads in eine Schlammwiese verwandeln. Obwohl es der letzte Schauer des Tages sein sollte, mag dies der Grund dafür gewesen sein, dass das beliebte Elektro-Festival in seinem dritten Jahr von den Besucherzahlen her schwächelte. Oder lag es doch am Eintrittspreis, der mit 39,- EUR an der Tageskasse so manchen Gast kräftig schlucken liess?!

Wie auch immer – als KREIDLER ab 17.00 Uhr auf der Hauptbühne aufspielen, herrscht allgemein noch eine recht lahme Stimmung, denn es finden sich bei weitem nicht so viele Besucher ein wie erhofft. Mit der nordischen Band SLAGSMÅLSKLUBBEN ändert sich aber rasch die Laune: die 6 Skandinavier, die aussehen, als seien sie gerade dem Sender "Comedy Central" entsprungen, heizen dem Publikum mit ihren Beats ordentlich ein. Dass der Sound zuweilen an Scooter auf schwedisch erinnert, ist für die müde Atmosphäre eher förderlich. Als sich die Herrschaften am Ende ihrer Show noch allesamt entkleiden, um ein Gemeinschaftsbad im Rhein-Arm zu nehmen, herrscht kurzweilig Euphorie unter der durchschnittlich recht jungen Fangemeinde.
Pünktlich 19.30 Uhr betritt DJ FEADZ die Bühne – dieses Mal jedoch ohne seine treue Gefährtin Uffie, die aus Krankheitsgründen ausfällt. Die Trauer darüber hält sich in Grenzen, denn der Franzose mit den Riesen-Cappies legt ein grossartiges Set hin, zu dem sich endlich die Leute vor die Bühne drängeln und dabei die Seele aus dem Leib tanzen. Viel zu schnell ist der Auftritt des Ed Banger-DJs vorbei, als er von den JUNIOR BOYS abgelöst wird. Lange gross als Headliner angekündigt, ist man aber schnell von dem Elektro-Pop-Duo enttäuscht, das zum einen nicht den gerade erreichten Party-Pegel aufrecht erhalten kann und zum anderen so mürrisch aussieht, als wäre es samt Gitarre und Keyboard zu lebenslänglicher Strafarbeit verdonnert worden. Und das verwundert dann doch – zumal dies der einzige Festival-Auftritt der beiden Kanadier in deutschen Landen ist.
So begibt man sich lieber zur 2. Open-Air-Bühne, wo gerade BLOWFLY und OTTO VON SCHIRACH mit ihrem Mummenschanz zum Tanze aufforden. Der über 60-jährige Dirty Rapper in seinem glitzernden Superman-Kostüm lässt wieder einmal jede Menge Obszönitäten vom Stapel, während Herr von Schirach die nötigen Drums und Beats dazu liefert. Leider leert sich auch hier die Tanzfläche schon wieder viel zu rasch – sei es, weil die Partymenge in die benachbarten Böhlerwerke strömt oder sich schon vollständig vom Feier-Geschehen verabschiedet hat.

In der Nacht-Location teilt sich die Partymeute auf die drei unterschiedlichen Hallen auf. Der Sound im Kesselhaus ist satt und so groovt sich die Masse zunächst langsam, aber beständig zu den Beats von VLADIMIR IVKOVIC und DILLON hoch. Mit MODESELEKTOR kocht die Stimmung dann richtig auf und wer nicht acht gibt, bekommt in den ersten Reihen die legendäre Schampus-Dusche des Berliner Duos zu spüren. Unangefochtener Abräumer des Abends ist aber auch hier wieder FEADZ, der gegen 2.00 Uhr sein zweites Set zum Besten gibt. Danach folgt JAKE THE RAPPER – gesanglich unterstützt von RAZ OHARA –, der heute zwar mit tanzbaren, dennoch ruhigeren Beats aufwartet als jüngst noch im Neusser Ruderclub Freynik. Mit einer halbstündigen Verspätung tritt schließlich HERBERT BÖSE an die Turntables und beendet die Nacht im Kesselhaus. Leider herrscht auch hier trotz treibender Beats zunehmend gähnende Leere vor der Bühne.

Man kann es auf das Wetter oder auf den stolzen Eintrittspreis schieben: zum Open Source Festival fanden sich dieses Jahr nicht so viele Gäste ein wie erwartet und so kam leider trotz einiger guter Acts oft nicht die erhoffte Partystimmung auf. Trotzdem drücken wir die Daumen, dass das Festival nächsten Sommer in seine vierte Runde geht, die Düsseldorfer dann wieder zahlreicher vertreten sind und umso kräftiger ihre Tanzbeine schwingen.
 

Fotos: Dominik Skopp




 
Nachricht an Autor sonja.wahjudi@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 26.08.08 )
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