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14.06.09 |
 |  | | Die Frisur sitzt
Beim Friseur war ich schon lange nicht mehr. Ich hab so nen tollen Rasierer, der macht die Haare auch ab. Wer etwas narzistischer veranlagt ist, könnte sich in einem der Stühle wiederfinden, welche auf dem Cover von „The late reply“ zu sehen sind. Dabei sehen die drei Jungs von BLACK NIGHT CRASH auch nicht gerade wie Friseure aus. Das Quartett ( drei Jungs, ein Mädel ) macht lieber Musik. Krachmusik, wie mein Großvater sagen würde. Und die, die sowas machen, haben sowieso lange Haare. Also alles in Butter bei BLACK NIGHT CRASH.
Die jungen Bremer haben 2008 den „Live in Bremen“ Bandwettbewerb und somit auch einen Auftritt in der ehemaligen Beatmetropole Liverpool gewonnen. Ein Jahr später liegt das Debüt der Norddeutschen vor, aufgenommen von Denis Rux ( Trashmonkeys ) und abgemischt von Tino Oac ( Söhne Mannheims ). Einflüsse dieser Bands sind bei BLACK NIGHT CRASH weniger zu hören, eher ne ordentliche Portion Sixties-Rock. Klar, daß da auf der Referenzliste auch THE WHO nicht fehlen darf. Schmissige Beats und klampfende Gitarren haben Ihre Heimat nicht nur im Land der Fish&Chips Liebhaber, sondern auch in den Köpfen der Bremer Band. „Thunderballs“ und „Wheels“ zeigen die Marschrichtung schon im Titel auf, bis man „This Way“ Richtung 60s Beatrock geht, dauert´s auch nicht lang. „Looking at the Moon“ mit seinem Mundharmonikagestärkten Blues im catchy Beatreigen macht, mitsamt sleazy Gesang, Träume wahr. Träume in denen auch „Baby Yeah“ seinen Platz hat, dessen krächziger Gesang am Straight-Edge eines Nervenzusammenbruchs lässt den Bass erst so richtig durch die Magengrube rollen. Die zwei Sänger geben sich die Klinke in die Hand, ebenso wie sich die Instrumente festgelegt haben – hier wird gerockt. Da fallen ruhigere Titel wie „Gone with the geese“ aus dem Konzept, wenn auch nicht aus der Hörbarkeit.
Ein ordentliches Debüt welches BLACK NIGHT CRASH vorlegen. Ein ordentliches Debüt welches mit seiner geradlinigen Beatrockausrichtung schnell Freunde finden wird. Zwar fehlt es dem Album am Hit, einen Lückenfüller wird man aber auch nicht finden. Im Endeffekt also ne ganz ordentliche Frisur, die „The late reply“ da trägt.
Trackliste: Thunderballs
Wheels
Claudia
Over the sea
This way
Sudoku
Looking at the moon
Baby Yeah
Better Hide
Sister/Commander
Gone with the Geese
Final Love
Sonnet | | | | | Nachricht an Autor markus.soellner@triggerfish.de | | | | Weitere Beiträge von Markus Söllner | |