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r/v: ... AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD - 11.07.09, Bochum, Zeche


12.07.09
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Keine langweilige Routine

Im Februar erschien ihr neustes Album "The Century of Self" auf dem eigens gegründeten Label Richter Scale. Mit dem Konzert in Bochum gaben ... And You Will Know Us By The Trail Of Dead ihr letztes Deutschlandkonzert im Rahmen ihrer Tour. Eine letzte Gelegenheit die neuen Lieder live zuhören.

Doch voll war es im Konzertsaal der Zeche Bochum nicht. Hier und da standen Leute an der Bar oder an den bereit gestellten Tischen. Wieder andere saßen auf der Treppe im hinteren Abschnitt des Raumes. Eine schwierige Startvoraussetzung also für die Vorband  What Happened To Roy G. Biv, mit der die fünf Jungs aus Köln und Umgebung aber ohne Probleme klar kamen. Bei manchen Konzerten fragt man sich, wie es zur Auswahl des Supportes kam, hier entgegen passte alles. 30 Minuten dynamischer Alternativ Rock, der entfernt nach The Mars Volta klang. Das vorgetragen von einer spielfreudigen Band mit sympathischen Sänger der voller Elan zum Mikrophon griff, während im Hintergrund Lied für Lied die Saiteninstrumente getauscht wurden. Der gut geregelte Sound half wesentlich dabei, dass What Happened To Roy G. Biv auch nach dem Hauptact in guter Erinnerung bleiben sollte, was durchaus eine Herausforderung war.

Nach  kurzer Umbaupause betraten ... And You Will Know Us By The Trail Of Dead , begleitet von leichtem Klavierspiel, die Bühne. Gelassen fanden sie sich an ihren Instrumenten ein, um  sich mit dem instrumentalen Stück „Giants Causeway“ einzustimmen. Schon die ersten Töne der Band machten klar, was die Zuschauer  an diesem Abend erwartete: Musik, die einen ganz auszufüllen verstand und das nicht nur dank der lauten Bässe.
Ein kurzes Bangen beim zweiten Song „Far Pavillions“, bei dem der Sound etwas stumpf klang, sollte spätestens beim darauf folgenden Lied zunichte gemacht werden. Der Mann hinter dem Mischpult verstand sein Handwerk und sorgte ab sofort für den perfekten Klang. Zuvor bat Conrad Keely die Zuschauer, die immer noch an den Tischen vor der Bühne standen, näher heran zu treten. Bereitwillig wurde Folge geleistet.
„It Was There That I Saw You“ vom hochgelobten Album „Source Tags & Codes“ stand als nächstes auf der Liste und die Jungs aus Austin/Texas drehten auf. Jason Reece und Aaron Ford  zeigten was es bedeuten kann, wenn zwei Drumsets auf der Bühne stehen. Auch wenn Ford alleine schon viel aus seinen Drums herausholen konnte, zu zweit übertrafen sie sich jedes Mal selbst. Ob synchron oder abwechselnd auf Becken und Trommeln, durch ihr Zusammenspiel bekamen die Songs jedes Mal volle Druckkraft.
Trail of Dead hatten es geschafft den Saal auf ihre Seite zu ziehen.  "Isis Unveiled" vom neuesten Album "Century of Self" wurde nun gespielt, "Hommage" („Source Tags & Codes) folgte, dann wieder Neueres mit "Bells Of Creation". Vor der Bühne wurde getanzt, geklatscht, gesungen, oder einfach mit dem Kopf genickt, während Keely, Reece und Haupkeyboarder Clay Morris, sich an die Instrumente begaben, an denen sie gerade gebraucht wurden. Keine Anzeichen von langweiliger Routine. Jeder einzelne in der Band gab alles, sodass der Schweiß nur so tropfte. Zufriedene Gesichter und freundlich kollegiale Blicke untereinander zeigten, dass die Band das hier genoss.

Die erste Hälfte des Konzerte hatte bereits mehr als Spaß gemacht, doch legten die sechs Texaner noch eine Menge nach. Mit „Will You Smile Again?“„Caterwaul“ und “Another Morning Stoner“  gaben sie hintereinander  drei große Hits zum Besten,  wobei sie die Geschwindigkeit bei letzteren Stück anzogen, auch in den ruhigeren Parts. Vor der Bühne wurde dies durch völlige Ausgelassenheit honoriert, mehr Tanzen, mehr Bewegung.  „Claire de Lune“ war wohl als kurze Ruhepause gedacht, denn bei „A Perfect Teenhood“ und „Aged Dolls“ ging´s  wieder voll nach vorne. Vor der Schlussschrammelei riss Keely eine Saite, was ihn aber nicht daran hinderte voll in die noch übrigen zu greifen.
Erster Abgang der Band, der ganze Saal klatschte für mehr, sogar diejenigen die das Konzert gemütlich von der Treppe aus genossen hatten. Keely kam zurück und berichtete, dass 11 Dinge auf der Bühne kaputt gegangen seien und das während ihres ersten Auftritts in Bochum. Aufmerksame Betrachter konnten, neben der offensichtlich gerissenen Saite, noch beobachten wie eine Snare zwischenzeitlich ausgetauscht und ein Gitarren-Top entfernt wurde. Früher war die Band dafür bekannt dass sie ihr Equipment nach dem Auftritt zerlegten, dass sie es jetzt schon währenddessen taten war überraschend. Zum Abschluss gab es noch zwei mitreißende Zugaben, dann war Schluss.

Als ich die Zeche verließ, war für mich persönlich klar: Das war ein großartiges Konzert, das ich jederzeit wieder besuchen würde. Am liebsten sofort!

What Happened To Roy G. Biv


... And You Will Know Us By The Trail Of Dead


Fotos: Phillip Otto

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Nachricht an Autor tobiQ@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 06.08.09 )
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