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02.08.09 |
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Weißbrotzeit
So viel Arsch in der Hose muss man
erstmal haben. So viel weißen Arsch wohlgemerkt. Da liegt der gute
ASHER ROTH auf dem Cover seines Debüts vollkommen entspannt zwischen
all den anderen Weißbroten seiner Zunft herum. Die tragen allesamt
den Titel "King Thin", die Botschaft, die daraus spricht,
ist klar: "Ja ich hab selbst gemerkt, dass ich weiß bin. Nein
ich bin kein 2 mal 2 Meter 50Cent Verschnitt, und mit Strip Clubs und
Bitches hab ich mal so gar nichts am Hut. Und ja, ich kenne einen
Typen namens EMINEM. Aber sehe ich so aus, als hätte ich seine
Probleme? Na bitte. Und jetzt lasst mich einfach mal ein bisschen von
mir erzählen."
Okay, die Umstände sind für Herrn
ROTH natürlich denkbar einfach. Weißbrot-Rap ist nämlich gerade
dank Mr. Marshall Mathers längst nicht nur akzeptiert, sondern auch
irgendwie gefürchtet. Abseits der viel zu dick aufgetragenen
P.I.M.P.-Attitüde können die Weißbrote nämlich ganz schön fies
für Aufruhr sorgen. Nichts anderes wird ASHER ROTH gelingen, wenn
auch mit komplett anderen Mitteln. "I Love College" heißt
das lässige Statement, das inzwischen jeder kennt. Und vom College
lernen, heißt ja für's Leben lernen: "Yeah, of course I
learned some rules / Like don't pass out with your shoes on / And
don't leave the house 'til the booze gone / And don't have sex if
she's too gone / When it comes to condoms put two on". Das ist
denkbar harmlos, und gerade deshalb denkbar unangreifbar.
Klassenzugehörigkeit: Mittelschicht. Was wollen alle bösen Gangster
dagegen schon vorbringen, ohne komplett lächerlich zu wirken?
Und da wir gerade beim offensiven
Umgang mit zu erwartenden Nervensägen sind: Um den Track "As I
Em" kommt ASHER ROTH natürlich nicht herum. "And now the
masses think that Asher / Wants to be a Marshall Mathers", heißt
es da. Und weiter: "Cause we have the same complexion / And
similar voice inflection / It's easy to see the pieces / And reach
for that connection." Dass EMINEM in letzter Zeit oft genug
betont hat, dass er große Stücke auf seinen angeblichen
Trittbrettfahrer hält, passt natürlich wie die weiße Faust auf's
Ghetto-Thug-Auge. Und mal ehrlich, was Flow und Lyrics angeht, bleibt
ASHER ROTH sowieso meist zu zu liebenswürdig, manchmal fast
belanglos. Dem erwähnten "I Love College" lässt man die
verschlurften Raps auch nur dank seiner inszenierten Lethargie
durchgehen. Und auch sonst kommt der gute eher selten über den
nörgelnden, trantütigen Geschichtenerzähler hinaus.
So dauert es dann über die Hälfte des
Albums, nämlich bis zu "Sour Patch Kids", bis hier mal die
Reime ausgepackt werden, die für mehr als die gemütliche
Freestyle-Runde taugen. Bei "Lion's Roar" legt sich Mr.
ROTH dafür sogar relativ erfolgreich mit dem Altmeister der
schnellen Verse, Busta Rhymes an. Aber so ist das eben mit den
Geschichten aus dem Leben. Das Tempo variiert, die Geschichten auch. Ob das für die große Karriere reicht, wird sich zeigen. Für
ein Nickerchen im Weißbrotregal reicht es definitiv.
Trackliste: 01. Lark On My Go-Kart
02. Blunt Cruisin'
03. I Love College
04. La Di Da
05. Be By Myself
06. She Don't Wanna Man
07. Sour Patch Kids
08. As I Em
09. Lion's Roar
10. Bad Day
11. His Dream
12. Fallin'
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