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r/v: HANK III - 23.08.2009, Köln, Underground
| 26.08.09 | ||||||||||||
![]() Wenn das der Opa wüsste Zum ersten Mal in Deutschland, an einem Sonntag, das Underground natürlich ausverkauft. Menschen kamen aus Belgien und von was-weiß-ich-woher um den Enkel des vielleicht berühmtesten Countrysängers überhaupt zu sehen. Und sie sollten was zu sehen bekommen. Psychobillies, Langhaarmetaller, Greaser, Rednecks, Schwerst-tätowierte und ein paar Skinheads, Hank III. zieht eine spannende Mischung aus den verschiedenen Sammelgruppen der „Mainstream – Verachter“ auf sein Konzert. Den Anfang macht dann Bob Wayne, der dabei aussieht wie John Goodman als „Walter“ in „Big Lebowski“. Outlaw Country, solide bis mitreißend, witzige Texte, macht Laune auf mehr. Lediglich das nach jedem Lied ausgerufene „Hell Yeah!“ mit der nach oben gereckten und zur „Rock’n’Roll-Gabel“ geformten Hand ist ein wenig arg ausgelutscht und wirkt vor allem in dem Moment sehr bemüht, als Bob Wayne es nach einem Song beinahe vergessen hätte. Pünktlich um 21 Uhr geht dann der Sohn vom Sohn von Hank Williams auf die Bühne und begrüßt das Publikum zur allerersten Hank III. Show in Deutschland. Die Scheinwerfer bleiben wegen eines technischen Fehlers zunächst aus und im immer wieder aufflackernden Licht der Blitzlichter in der ersten Reihe entsteht eine bizarre Optik auf der Bühne. In den diffusen Lichtverhältnissen hat es durch das kalte Blitzlicht den Anschein, als stünde tatsächlich der Geist des leibhaftigen Hank Williams auf der Bühne. Gänsehaut. „Wir spielen Country, etwas Hellbilly und dann noch ein bisschen Assjack“, so die Ansage und dabei bleibt kein Auge trocken. Insgesamt blühen uns fast drei Stunden Musik, die an Intensität kaum zu überbieten sind. Kein Wunder, dass Bassist Zach Shedd mir nach der Show verriet, dass die Band normalerweise nicht mehr als drei Konzerte hintereinander gibt. Ein fester Teil einer Hank III. Show ist eine Viertelstunde in der Coverversionen von Künstlern gespielt werden, die ihn in seinem Schaffen beeinflusst haben. Darunter unter anderem Johnny Cash und natürlich sein zu früh verstorbener Großvater Hank Williams Sr. Zu hören und zu sehen, wie Hank III. und seine Damn Band „I’ll never get out of this world“ alive, die letzte Single, die sein Großvater vor seinem Tod veröffentlichte, spielen, ließ das Publikum geradezu andächtig verharren und war mein persönliches Highlight des Abends. Die Uptempo Songs im Set sorgten bereits vor dem Assjack Teil der Show für einen ordentlichen Pogo-Pit, etwas, das man nicht auf jedem Country Konzert sieht. Aber Hank III. spielt eigentlich gar keine Country Musik. Hank III. spielt Hank III. Musik, ob mit der Damn Band oder mit Assjack. In der Konsequenz lichteten sich die Reihen, als nach ca. zwei Stunden Fiddle, Steelguitar und Banjo die Bühne verlassen, der Kontrabass gegen einen E-Bass getauscht wird und Hank III. sich die E-Gitarre schnappt um zur Seite zu gehen und Platz zu machen, damit Assjack Sänger Gary Lindsey die verbliebenen Zuschauer anschreien kann, als gäbe es kein Morgen. Speed-Metal, Hardcore, nennt es wie ihr wollt, es ist laut, schnell, intensiv und geil. Das Ganze hat etwas von Jekyll & Hyde und es ist vielleicht verständlich, wenn es dem einen oder anderen zu anstrengend ist, sich die ganze Show anzusehen, ich persönlich bin aber der Meinung, vom Anfang zum Ende sieht man ein konstantes Fortschreiten von „unangepasst“ über „bösartig“ bis hin zu „total irre!“. Aber egal was Hank III. und seine Mitmusiker, in welcher Bandkonstellation auch immer anpacken, sie packen es richtig an. Eins rauf für „Sein Ding durchziehen“ und noch mal mindestens eins rauf für „es auch ordentlich drauf haben“. Fazit: Hoffentlich kommt der Sohn vom Sohn bald wieder. Fotos: Ralf Puder
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| Letzte Aktualisierung ( 27.08.09 ) | ||||||||||||
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