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r/v: AREA 4 - 23.08.09, Lüdinghausen


30.08.09
ImageParkplatz-Ralley

Nachdem unsere persönlichen Highlights bereits am Samstagabend waren, ließen wir den Sonntag dann etwas ruhiger angehen. Um 15 Uhr waren dann auch schon viele der Camper wieder auf den Beinen und schauten sich PANTEON ROCOCO an, die mit zehn Musikern die Bühne füllten. Auch wenn Sänger Luis fast alle Ansagen auf spanisch (oder unverständlichem englisch) machte, ließen sich die Zuschauer zum Mitklatschen und Hüpfen animieren.

ImageWeniger heiter, aber nichtsdestotrotz stimmungsvoll ging es bei LIFE OF AGONY weiter, die ebenfalls eine Wiedervereinigung hinter sich haben (neben "Heimatstadt Düsseldorf" ein gängiges Motto des diesjährigen AREA 4 Festivals). Sänger Keith Caputo wirkte dabei, als sei er noch in den frühen 90ern und der ersten Gründungsphase der Band hängengeblieben. Mit schmuddeligen, langen Haaren, riesiger Sonnenbrille, Schlaghosen-Jeans und einem astreinen Hippie-Pullover brachte er den Grunge zurück. Scheinbar kein Mann der vielen Worte, überließ er den weitaus quirligeren Joey und Alan meist die Ansagen. Das Publikum feierte dennoch mit LoA-Chören und sang nicht nur Klassiker wie "River Runs Red" kräftig mit. Exzentrik hin oder her, Keith Caputo lieferte einen einwandfreien Auftritt ab und fesselte mit seiner markanten Stimme nicht nur eingefleischte LIFE OF AGONY-Fans.

Stimmlich nicht ganz auf der Höhe war hingegen der etwas heisere Justin Sane von ANTI-FLAG. Chris #2 sprang dafür öfter tatkräftig ein und die gewohnt energiegeladene Show der vier Polit-Punker tat dies keinen Abbruch. Das Publikum dankte es mit einem der größten (und staubigsten) Circle Pits des Festivals, reichlich Mitsingen und - auf Aufforderung der Band hin - Erklimmen der Bühne. Das Set hielt dabei neben neuen Songs ("Sodom, Gomorrah, Washington D.C.") auch genügend Klassiker bereit, darunter "Turncoat", "Die For Your Government", "One Trillion Dollars", "The Smartest Bomb", "This Is The End", "Kill Your TV", "The Press Corpse" und das CLASH-Cover "Should I Stay Or Should I Go?".

Während die meisten eingestaubten ANTI-FLAG Zuschauer auf der Suche nach etwas zu Trinken von der Bühne weg pilgerten, begaben sich die KETTCAR-Symphatisanten nun nach vorn. Die Indie-Popper aus Hamburg spielten neben einem Medley aus verschiedenen Coversongs natürlich auch Eigenes: "48 Stunden", "Landungsbrücken raus", "Graceland", "Ich danke der Academy", "Ausgetrunken" oder auch "Balkon gegenüber" waren dabei.

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Mit ähnlich vielen Musikern wie PANTEON ROCOCO übernahm im Anschluss das FARIN URLAUB RACING TEAM die AREA 4-Bühne. Wie nicht anders zu erwarten, shakerte Spaßkanone Farin Urlaub mit dem Publikum und brachte reichlich alte "ja/nein"-Witzchen, Frage/Antwort-Spielchen und Mitsing-Spiele mit: "Insel", "Unscharf", "Glücklich", "Am Strand", "I.F.D.G.", "Krieg", "OK", "Sonne", "Zehn", "Dusche" und das Cover "I'm sailing" (ohja.) wurden u.a. gespielt.

Was wäre das AREA 4 oder einen weiteren wiedervereinten Headliner? So betraten FAITH NO MORE nach 11 Jahren Pause die Festivalbühne - und Sänger Chuck schmetterte im knallroten Anzug und mit Gehstock passenderweise "Reunited". Der Schnulzsong inkl. kleiner Choreo und schickem Outfit wirkte dabei eher wie der Auftritt einer stark gealterten Boyband. Zum Glück starteten die Rocker danach in ihr reguläres Set und versetzten gerade die älteren Festivalisten in Verzückung: "Out Of Nowhere", "Be Aggressive", "Evidence", "Digging The Grave", "Epic", "Joke" und natürlich "Easy" wurden u.a. gespielt.

Währenddessen hatten genügend Besucher den Auftritt von FAITH NO MORE aber auch schon nutzen wollen, um frühzeitig nach Hause abzureisen - was zu unerklärlichen Staus auf dem Parkplatz führte. Unerklärlich deswegen, weil die Ausfahrt nicht blockiert war, die hinteren Fahrtwegen aber dennoch komplett zu waren und Leute für mehrere Stunden dort parkten. Wahrscheinlich hatten militante FAITH NO MORE Fans ihre Autos so abgestellt, dass niemand ausfahren konnte, damit man ja nicht den Auftritt ihrer Idole verpasst... ;) Durch eine glückliche Fügung des Schicksals tat sich für uns schließlich eine Lücke auf und großartige Menschen aus WAF (Warendorf! Bei Münster) wiesen den schnellen Weg zur Ausfahrt. Nach etwa 10 Minuten Ralley durch geparkte Autos und winzige Lücken hatten wir auch schon die Ausfahrt erreicht, während einige wohl noch stundenlang dort ausharren mussten.

Auch wenn beispielsweise die Parksituation noch zu verbessern wäre, ist das AREA 4 auch im dritten Jahr und mit 20.000 Besuchern noch ein recht entspanntes und schönes Festival. Dank nur einer Bühne bleibt es bei kurzen Laufwegen und es ist gewährleistet, dass tatsächlich jede Band angeschaut werden kann (ob man das wirklich will, ist eine andere Sache, aber irgendwann braucht man ja auch mal eine Essenspause). Bleibt zu hoffen, dass es auch im nächsten Jahr das AREA 4 als Festival im Westen wieder geben wird.

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Nachricht an Autor sabrina.thron@triggerfish.de
 
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