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04.09.09 |
 |  | | Leinen los
Das waren noch Zeiten, als wir damals mit Muttern immer Traumschiff auf dem Zweiten geguckt haben. Unendlich kitschige Geschichten vor unendlich in Fernweh versetzenden Kulissen. Das muss einem der Jungs von ARCONA COMES im Gedächtnis geblieben sein, nicht umsonst haben die Bielefelder Ihre Band kurzerhand nach dem deutschen Traumschiff MS ARKONA benannt. Ob das so ne gute Entscheidung war ? Schliesslich geht der Rentnerkutter selbst in Pension und der vorherige Bandname END OF THE LINE dürfte bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Hardcoreprovinz erreicht haben. Klingt nach Neuanfang und nach harter Arbeit. Ganze drei Jahre stecken in dem Album und pardon, das hört man "All the clocks slow down" an. FALL OUT BOY aus Deutschland ? ALL AMERICAN REJECTS mit Attitüde ? Ja, den Bielefeldern merkt man Ihre neue Ausrichtung sofort an. Reichlich mainstreamlastig zerlegen die Jungs gängige Refrainschemen auf Ihre Eingängigkeit, beweisen das der als "All-american-Sound" angepriesene und oftmals auch als Emorock misstitelte Sound auch in Deutschland funktioniert. Das klingt derart dynamisch gut produziert, daß man schon zweimal auf den Studioort schielen muss, um zu glauben das es sich tatsächlich um die Kanal24 Studios in Bochum handelt. Hut ab, nicht nur vor dem durchgehend ohrwurmlastigen Sound, der ebenso geschickt mit Punk- wie tausendmal gehörten, abgegriffen geglaubten, Riffelementen spielt. "Like Magellan" und "Nemo" sind keineswegs irgendwelche Seemannsgröhlereien sondern liegen Meerjungfrauengleich verführerisch in der Brandung der Mainstreamrockproduktionen. Im gleissenden Licht von "Supernova" offenbart sich das Songwriting gar emolastig, wenn es im zweistimmigen Gesang Gefühle offenlegt. Da fragt man sich muss das sein ? Mitnichten, aber das Herzblut spriesst aus jeder Pore der Songs. Etwas, was man auch Sänger Eike Stuke anhört. Überraschend stimmgewaltig reisst der junge Herr die Aufmerksamkeit auf sich, das ohne ein sonderlich markantes Organ zu haben, dafür aber mit einem Einsatzwillen, der fast schon an Selbstaufgabe grenzt.
Auf meiner Suche nach Bands die besser sind als Ihre amerikanischen Vorbilder bin ich also wieder fündig geworden. ARCONA COMES bieten eine All-inclusive-Kreuzfahrt quer durch Mainstream-Alternative-Rock an. Bitte einchecken.
Trackliste: Like Magellan
Fear and Electricity
Supernova
Things tend towards tragedy
War on Gravity
Nemo
Die D.I.Y
Divine
The Robot Syndrome
These Streets
The devil and the girl |
ASHER ROTH - Asleep In The Bread Aisle PATRICK WOLF - Entschuldigt sich THE PARLOTONES – A World Next Door To Yours THE ALL-AMERICAN REJECTS – Neues Album am 24.04. | | | | Nachricht an Autor markus.soellner@triggerfish.de | | | | Weitere Beiträge von Markus Söllner | |
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Letzte Aktualisierung ( 04.09.09 )
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