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r/v: FLORENCE & THE MACHINE + VOICST - 06.10.09, Köln, Luxor


07.10.09
ImageUnglaublich intensiv

Als Florence Welch im Juli diesen Jahres ihr Debütalbum 'Lungs' vorstellte, wurde sie nicht nur von der triggerfish.de Redaktion (respektive mir), sondern auch von allerhand anderen einschlägigen Musikportalen und -magazinen ordentlich abgefeiert. Das Interessante und wirklich Gute, was sie somit von den anderen Pop-Prinzesschen abhebte, war zum einen die Tatsache der handgemachten Musik (also nix da großartige Elektrospielereien und Autotune) und der scheinbare Wiederspruch zwischen zart und fragil auf den ersten Blick und schlagkräftig und energiegeladen auf den zweiten. Ich hab mich "damals" schon tierisch darüber gefreut, dass diese unbändige Kraft, die da in diesem zarten rothaarigen Mädchen steckt, so heftig (und zum Teil auch ordentlich dreckig) auf Platte gepresst werden konnte. Wie mag das wohl erst live klingen? Viele Möglichkeiten gibt es wohl nicht: Entweder es funktioniert, oder es wird der totale Reinfall. Die Antwort sollte ich, knapp drei Monate nach dem Release von 'Lungs', im Kölner Luxor um die Ohren gepfeffert bekommen.

Aber natürlich erst nach dem Opener. Der kam aus Amsterdam, hieß VOICST und überraschte gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen spielte das Trio live mit zusätzlicher Saxophonistin, zweitem Gitarristen und Keyboarderin auf, was die Breite und das Klangspektrum des Sounds noch weiter auslotete. Zum anderen konnte die Band kaum ein Wort Deutsch (der verwöhnte Deutsche denkt natürlich, dass jeder Niederländer Deutsch spricht). Sänger und Gitarrist Tjeerd erklärte (und rechtfertigte) sich wie folgt: "I suck at speaking german, but we are professionals, so I can say some professional words like 'Hi, wir sind Voicst aus Amsterdam und wir werden heute für euch spielen!'. Very professional, right?!". Sehr sympathisch diese Band. Musikalisch überzeugten sie mit ihrer positiven und melodieverliebten Variante des Indierocks, der mehr als einmal an die Wombats erinnerte. Da ihr aktuelles Album 'Tales Of Two Devils' (Hier geht's zum Review) ihr Deutschland Debüt ist, bestand das Set hauptsächlich aus Songs des Albums. Auf jeden Fall ein gelungener Einstieg in einen gut gelaunten und euphorischen Abend, der sich in seiner Euphorie und Intensität aber noch steigern sollte.



Die Vorfreude der Anwesenden stieg mit jedem Bühnenelement das nun aufgebaut wurde. Und das waren nicht wenige: Mehrere Gitarren, Bässe, Percussioninstrumente, Trommeln, Schlagzeug, Syntheziser, Drummachine, Keyboard und nicht zuletzt eine Harfe sorgten gemeinsam mit Blumen- und 2nd-Hand Deko für ein atemberaubendes Bühnenbild, das durch die Anwesenheit von Florence Welch zwar komplettiert, zugleich aber auch in den Hintergrund gerückt wurde. Auf Highheels mit gigantischen Absätzen, einem schwarz-goldenen Body und ihrer roten Prachtmähne sah die Engländerin einfach unglaublich aus. Schon in ihren Musikvideos stellt sieihre Extravaganz gern zur Schau - doch live hinterlässt das Ganze dann doch noch mal einen weitaus intensiveren Eindruck.

Kein Wunder also, dass Florence und ihre Band das Publikum ab dem ersten Moment ihres Auftretens nicht mehr losgelassen haben. Jeder Gast im kleinen Luxor fraß der Truppe ab dem ersten Ton aus der Hand. Fast jeder Song des Debüts 'Lungs' fand den Weg in das Live-Repertoire, lediglich auf 'I'm Not Calling You A Liar' und 'Girl With One Eye' mussten die zum Teil aus England angereisten Zuschauer verzichten. Allerdings ein Kompromiss, denn man gerne eingeht, wenn dafür Live-Raritäten und Non-Album Tracks wie 'Bird Song', 'Are You Hurting The One You Love' oder 'If I Had A Heart' gespielt werden. Prinzipiell war es aber eigentlich egal, welches Lied gerade vorgetragen wurde, denn frenetisch gefeiert wurde einfach alles, was die Band machte. Und obwohl das Set schon relativ lang gewesen ist, forderte das Publikum unter einem 10 Minuten anhaltendem Dauerapplaus noch eine Zugabe - leider vergebens.
Trotz fehlender Zugabe: FLORENCE & THE MACHINE ist live ein visuell, und vor allen Dingen akkustisches Highlight, dass in Sachen Intensität sogar der schon überaus starken Platte noch um Meilen überlegen ist. Wer die Chance hat, sollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen.



Alle Photos: Daniel Schnaithmann

Setlist:
1. Bird Song (Intro)
2. Bird Song
3. My Boy Builds Coffins
4. Kiss With A Fist
5. Are You Hurting The One You Love?
6. Hurricane Drunk
7. Between Two Lungs
8. Dog Days Are Over
9. Howl
10. Drumming Song
11. Cosmic Love
12. If I Had A Heart
13. Blinding
14. You've Got The Love
15. Rabbit Heart (Raise It Up)

Mehr Infos:
Florence & The Machine @MySpace
Voicst @MySpace


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VOICST - A Tale Of Two Devils

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Nachricht an Autor daniel.schnaithmann@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 20.10.09 )
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