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CREED - Full Circle


10.11.09
Image
 
Label:
Wind Up Records / EMI
 
Vö:
30.10.2009
 
Format:
CD
 
Links:
  
 
Bewertung

Redaktion:
2
 
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Kreis-verkehrt

Manche Platten sind einfach wichtig. "Human Clay" war so eine Platte. Warum das so war, das lässt sich aus heutiger Sicht allerdings nur schwer rechtfertigen. Sicher, der Verfasser dieser Zeilen kann das mit einer Mischung aus nostalgisch verklärtem Stolz und und Scham als Jugendsünde abtun. "Higher", "With Arms Wide Open" und "What If", das waren schließlich große Songs! Zumindest, wenn man damit seine ersten richtigen Parties inklusive Ende über der Kloschüssel verbindet. "Can you take me higher? / To the place where blind men see...", schon klar. Mit 15 hatte das etwas Erhebendes. Die Frage ist nur, ob die weltweit über 11 Millionen Käufer von "Human Clay" allesamt pubertierende Jungs auf dem Weg durch die Irrungen des musikalischen Selbstfindungsprozesses waren. Denn wenn das so wäre, hätten CREED jetzt mit „Full Circle“ ein ziemliches Problem.


Denn wer soll sich dann für dieses Album bitte noch interessieren? Nicht genug, dass die Herren um Jesus' besten Kumpel Scott Stapp schon mal drei Alben lang irgendwie dasselbe zwischen Post-Grunge und Pop-Rock, und natürlich zwischen Himmel und Hölle fabriziert hätten. Mit "Full Circle" wird jetzt ganze acht Jahre nach dem letzten musikalischen Lebenszeichen auch noch ein Album hinterhergeschoben, das dem Klangkosmos der Pathos-Glaubenskrieger wirklich gar nichts Interessantes hinzufügt. Und das ganz und gar unchristliche Unheil nimmt schon bei der ersten Single "Overcome" seinen Lauf. Da wird alles, was CREED früher mal ausmachte, einmal komplett neu aufgegossen. Da fliegen die Fetzen wie in "What If", oder "Bullets" und da brettern die Gitarren wie an jeder Stelle, wo CREED ihre Songs schon zu besseren Zeiten gerne unnötig ausgedehnt haben. Und damit auch wirklich nichts schief geht, füllt die zweite Single "Rain" perfekt die Lücke, die wie eh und je für die Power-Ballade freigehalten wurde: "I feel it's gonna rain like this for days / So let it rain down ond wash everything away / I hope tomorrow the sun will shine / With every tomorrow comes another life"... "Hold me now, I'm six feet from the edge"... jaja, das kennen wir schon.


Es lässt sich nur mutmaßen, warum sich CREED zu "Full Circle" durchgerungen haben. Geldsorgen können es kaum sein. Wohl eher die alten Männerfreundschaften, die man nach der ganz groß ausgetragenen Trennung 2004, eben noch mal mindestens genauso groß aufleben lassen muss. Gemeinsames Mattenschwingen, und so. Was soll's, BON JOVI hören ja auch einfach nicht auf. Wer's mag, darf also acht Jahre nach dem seinerzeit wirklich akzeptablen "Weathered" erneut die Luftklampfe zu "With Arms Wide Open" schwingen, das jetzt allerdings "Away In Silence" heißt. Mit Zeilen wie "Don't give up on us / Don't give up on love" schlagen die Songs allerdings sämtliche bisher von CREED bekannte Kitsch-Sümpfe mit Leichtigkeit. Und das ewig Arme Ausbreiten wird auch langsam anstrengend. Aber damit niemand behauptet, dass hier einseitig und ungerecht geurteilt wird, muss man CREED eine konstante Weiterentwicklung definitiv zugestehen: Das Cover von "Full Circle" ist sogar noch hässlicher als das von "Weathered". Und das ist nun wirklich mal eine Leistung!




Trackliste:

01. Overcome
02. Bread Of Shame
03. A Thousand Faces
04. Suddenly
05. Rain
06. Away In Silence
07. Fear
08. On My Sleeve
09. Full Circle
10. Time
11. Good Fight
12. The Song You Sing

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Letzte Aktualisierung ( 10.11.09 )
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