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28.07.10 |
 |  | | Don't mess with Rock'n Roll
Horizontale Zweisamkeit gehört im Rock’n Roll ebenso dazu wie verbale Kraftausdrücke, Biergestank und abgestandener Mundgeruch am nächsten Morgen. Ob HOLY FUCK die einzelnen Klischees erfüllen bleibt offen. Sicher ist, dass das kanadische Quartett selbst ein einziger Fluch ist, der vor allem zur heiligen Weihnachtszeit - ist doch das Debüt Ende 2008 erschienen - von dem einen oder anderen gerne selbst mal in den Mund genommen wird.
Das die Konzerte von HOLY FUCK mehr eine einzige Tanzveranstaltung sind als ein destruktives Rockkonzert, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Wir schreiben also nun das zweite Jahr nach LP. In dem Jahr mit dem exotisch klingenden Namen "Latin". Insgesamt ist es alles viel kräftiger, schneller und druckvoller und grooved in 38 Minuten vor dem Herrn. Gekennzeichnet ist das Album vor allem vom Wechselspiel zwischen Gitarren-Feedbacks und Casio-Keyboards und allerhand Kleingeräten. War auf LP noch der heimische PC im Einsatz, so ist er beim Produzieren von "Latin" abgestürzt und verstaubt in der Ecke.
Aber … während man vom ersten Track "1MD" noch voller freudiger Erwartung ist (Freunde des Noise-Rocks werden auf ihre Kosten kommen) wird man spätestens beim Übergang zum zweiten Song "Red Lights" enttäuscht. Discosound, wie ihn die Welt wirklich nicht mehr braucht, zerstört den ersten positiven Eindruck. Elektro-Rock hat nichts desto trotz seinen Platz im Universum. Manch einer mag es, manch einer eben nicht. Alles ist ja bekanntermaßen eine Geschmackssache. Was der Band mit der Scheibe auf jeden Fall gelungen ist, ist besagten Platz zu verteidigen.
Trackliste: 01. 1MD
02. Red Lights
03. Latin America
04. Stay Lit
05. Silva & Grimes
06. SHT MTN
07. Stilettos
08. Lucky
09. P.I.G.S. | | | | | Nachricht an Autor christoph.ledder@gmx.de | | | | Weitere Beiträge von Christoph Ledder | |
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Letzte Aktualisierung ( 31.07.10 )
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