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MOVIE: R.E.D.


18.10.10
Image
 
Label:
Concorde
 
Vö:
28.10.10
 
Links:
  
 
Bewertung

Redaktion:
4
 
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Null Null Senior

Neuerdings wartet man im US-amerikanischen Film wieder vermehrt darauf, dass jemand – meistens ein Mitglied des Geheimdienstes – kommt, um einen den Klauen des grauen Alltags zu entreißen. Das konnte man kürzlich bei KNIGHT & DAY miterleben, das wird demnächst bei THE TOURIST so sein, und das passiert auch der Versicherungsangestellten Sarah (Mary-Louise Parker) bei R.E.D.

Ihr „Retter“ heißt Frank Moses (Bruce Willis) und war einmal ein CIA-Top-Agent. Mittlerweile ist er als „R. E. D.“ eingestuft – Retired and Extremely Dangerous. Das sieht man ihm anfangs nicht unbedingt an, wenn er einsam und verloren in seinem Einfamilienhaus herumschleicht und versucht, ein Leben wie alle anderen zu führen. Das einzige, was etwas Farbe in sein Leben bringt, sind die regelmäßigen Telefonflirts mit der oben erwähnten Sarah. Die beiden haben gerade erst beschlossen, sich endlich mal persönlich zu treffen, als Moses nächtlichen Besuch von einer Killer-Truppe bekommt. Abgezockter Profi, der er immer noch ist, können die Söldner ihm nichts anhaben. Dennoch schickt er sich an, erstens Sarah aufzusuchen, die er durch seine Telefonate mit ihr in Gefahr sieht, und zweitens ein paar alte Kollegen zu kontaktieren, die auf derselben Abschussliste wie er zu stehen scheinen.

So weit, so bekannt. Was folgt, ist eine zünftige Action-Thriller-Komödie mit Explosionen und Schießereien im Minutentakt, mit Verfolgungsjagden und haarsträubenden Stunts, mit wechselnden Schauplätzen und auf stylisch getrimmten visuellen Spielereien. Was R.E.D., der übrigens auf einer Graphic Novel von Warren Ellis und Cully Hamner basiert, von ähnlichen Filmen abhebt, ist das Personal. Denn Moses’ „alte Kollegen“ sind genau das: relativ alt. Wir erleben hier gestandene Schauspieler, von denen man nicht erwartet hätte, dass sie noch mal in eine Jason-Bourne-mäßige Rolle schlüpfen würden. Kaum zu glauben, was für ein Ensemble sich bereit erklärt hat, hier mitzumischen: Morgan Freeman, John Malkovich und Helen Mirren – noch mal: Helen Mirren! Mit Maschinengewehr!! – ballern sich an Willis’ Seite durch die Geschichte, Richard Dreyfuss gibt den fiesen Gangsterboss, Brian Cox einen ehemaligen russischen Agenten, Karl Urban den Gegenspieler und zugleich eine jüngere Version von Moses, sogar der gute alte Ernest Borgnine hat einen kleinen Auftritt, und Mary-Louise Parker kann endlich ihr komisches Talent von der Leine lassen. Allein schon wegen der gut aufgelegten Besetzung lohnt sich der Kinobesuch. Viele dieser Stars sind hier übrigens nur untergekommen, weil die Handlung und Akteure des ursprünglich recht kurzen DC-Comics für den Film erweitert wurden.

Worum es bei der Verschwörung geht, ist im Grunde zweitrangig. Der Genre-Fan blickt auch großzügig über diverse Unglaubwürdigkeiten hinweg, und geniest stattdessen den Witz und das ironische Spektakel. Dabei geht es dem Zuschauer wohl ähnlich wie Sarah, die einen schnulzigen Spionage-Roman nach dem anderen verschlingt und sich nicht entscheiden kann, ob sie diese nun lächerlich oder großartig findet.

Man braucht sich auch nicht einreden, dass R.E.D. ein Beitrag zum Thema Altersdiskriminierung ist. Das will der Streifen auch gar nicht sein. Er will vor allem seine Darstellertruppe möglichst cool aussehen lassen; das gelingt gut und macht Spaß. Erfreulich ist auch, dass es hier keine albernen Witze über Rheumadecken oder dritte Zähne gibt. Und so behalten die betagten Figuren stets ihre Würde. Sie dürfen zeigen, dass sie noch nicht zum alten (Schieß-)Eisen gehören. So etwas in einer Hollywood-Action-Komödie zu bringen, ist ja fast schon wieder subversiv.

Zum Abschluss noch ein paar Wortspiele, die beim Verfassen dieser Rezension auf der Strecke geblieben sind: „Der Mann mit dem goldenen Rollator“, „Der Seniorenstift ist nicht genug“ und „Oldfinger“. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit.



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Nachricht an Autor lars.schneider@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 17.11.10 )
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