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DVD: EXIT THROUGH THE GIFT SHOP


04.03.11
Image
 
Label:
AL!VE
 
Vö:
25.02.11
 
Format:
DVD, BluRay
 
Links:
  
 
Bewertung

Redaktion:
6
 
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Genies mit verpixelten Gesichtern

Hätte Banksy den Oscar für den besten Dokumentarfilm doch bekommen, wenn er nicht vorher ausgeschlossen hätte, diesen bei der Verleihung persönlich entgegen zu nehmen? Hätte ihn die Academy of Motion Picture Arts & Science dann allein deswegen schon ausgezeichnet, um dieses mensch(?)gewordene Rätsel leibhaftig auf die Bühne holen zu können? Es macht Spaß, sich vorzustellen, wie er kurzerhand das Bühnenbild umgestalten würde.

Ob sein Erscheinen nun einen Unterschied gemacht hätte oder nicht – die goldene Statuette wäre in seiner Werkstatt gut aufgehoben. Denn EXIT THROUGH THE GIFT SHOP – diese Dokumentation, die ursprünglich nur von ihm handeln sollte, letztendlich aber auch von ihm fertig gestellt wurde – ist ähnlich wie sein Street-Art-Werk spannend, doppelbödig, verblüffend, frisch und komisch. Dabei wurde er eher zufällig zum Regisseur des Films…

Es beginnt mit dem hibbeligen Franzosen Thierry Guetta, der ständig in Angst lebt, wichtige Momente in seinem Leben verpassen zu können, seitdem seine Familie ihm die tödliche Krankheit seiner Mutter verschwiegen hatte. Die Lösung für dieses Problem kam in Form einer Videokamera, mit der er ohne Pause alles festhält, was ihm vor die Linse kommt – auch wenn er sich die Aufnahmen danach nie mehr ansieht.

Über einen Cousin stößt Thierry auf das Phänomen Street Art. Erst filmt er ihn, dann nach und nach ähnliche Künstler. Und eines Tages hat er tatsächlich die Gelegenheit, den Superstar dieser Bewegung zu begleiten: Banksy. Wie viele seiner Kollegen ist er in EXIT THROUGH THE GIFT SHOP nur vermummt oder mit verpixeltem Gesicht zu sehen – schließlich arbeiten die Street Artists mit ihren Graffitis, ihren respektlosen Aktionen im öffentlichen Raum, ihrem „Vandalismus“ oft am Rande der Legalität. Die Kunstwerke werden daher meistens nach kurzer Zeit wieder entfernt oder zerstört.

So hält Banksy es für eine fabelhafte Idee, dass Thierry Guetta, der sich immer eifriger in die Aktionen einbringt, diese Kunst auf Videoband für die Nachwelt konserviert. Doch die chaotische neunzigminütige Filmcollage, die der Franzose mit der Aufmerksamkeitsstörung aus dem Material zusammen schneidet, kann sich kein normaler Mensch ansehen. Also versucht nun Banksy, etwas Ordnung in die Bilder zu bekommen. Thierry schickt er zwischenzeitlich nach Los Angeles – dort könne er doch selbst mal etwas experimentieren und sich als Künstler versuchen. Banksy ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, mit welcher Besessenheit sein Freund diesen Rollentausch annehmen würde…

Es hat schon seinen Grund, dass diese Dokumentation nicht „Banksy – Der Film“ heißt. Denn über seine Person erfährt man letztendlich kaum etwas, dafür mehr über seine Werke, seine Arbeitsweise und die seiner Street-Art-Kollegen. Im Mittelpunkt steht letztlich der verhinderte Regie-Chaot Thierry Guetta, der vom Kunst-Konsumenten zum Dokumentar und schließlich selbst zum Künstler wird. Aber ist das wirklich so? Es gibt Zweifler, welche hinter dieser irrwitzigen Geschichte eine weitere Finte des Spurenverwischers Banksy vermuten. Der Aufstieg Thierrys sei vielmehr eine Parodie auf seine eigene Karriere. Immerhin deutet der Filmtitel EXIT THROUGH THE GIFT SHOP an, dass es nicht zuletzt um die Kommerzialisierung im Kunstbetrieb geht. Und tatsächlich haben Thierrys Hype und kalkulierter Erfolg etwas von einer Realsatire, etwa in jenen Szenen, in denen sich Experten und Publikum zu seinen Kunstwerken äußern.

Hat da jemand „Hurz!“ gerufen?
 
Die Extras auf DVD und BluRay bieten eine gute Ergänzung zum Hauptfilm. So hat man die Möglichkeit, sich Thierry Guettas ersten wirren Dokumentationsversuch „Life Remote Control“ anzusehen, wenn auch in einer gekürzten 14-Minuten-Version – die vollen anderthalb Stunden wären wohl auch zuviel des Guten gewesen.
Außerdem gibt es ein paar entfallene Szenen (4 Minuten), eine „richtige“ Kurzdoku über Banksy (14 Minuten) sowie einen siebenminütigen Einblick in Guettas Arbeit beim Cans Festival.





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Nachricht an Autor lars.schneider@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 07.03.11 )
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