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LANA DEL REY - Born To Die


31.01.12
Image
 
Label:
Vertigo / Universal
 
Vö:
27.01.2012
 
Format:
CD
 
Links:
  
 
Bewertung

Redaktion:
4
 
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Licht und Schattenspiele

"Oho, ist die aber böse!" Diese spontane, und bemüht verächtliche Reaktion auf LANA DEL REYs Debüt-Single "Video Games" muss man mal kurz einordnen. Und da darf sich der Rezensent auch mal persönlich zu Wort melden: Ich finde diesen Song grauenhaft! Fast fünf Minuten singt dieses ach so gequälte Mädchen von den Grausamkeiten ihres furchtbar traurigen White-Trash-Alltags. "Open up a beer / And you say 'get over here' / And play a video game". Und dazu mühen sich die Streicher ab, alles zuckersüß zu verkleistern. Das klingt jetzt wahnsinnig unfair, aber den Kontrast zwischen bitterbösem Text und zauberhafter Musik hat Nina Persson von den CARDIGANS schon vor 15 Jahren perfektioniert. Da gibt es nichts mehr zu holen.

Aber da sich Verrisse immer noch am einfachsten schreiben lassen, wäre das jetzt so langweilig wie unfair. Denn es ist fast verwirrend, dass eigentlich alle anderen Songs auf dem Album "Born To Die" in dieselbe Kerbe schlagen wie "Video Games", dabei dann aber doch irgendwie gut sind. Aber LANA DEL REY will ja auch verwirrend sein. Die fast schon lächerlich künstlichen Wimpern, die Betonung der ohnehin schon unübersehbaren Lippen. Und diese Outfits! Wenn man ihr Böses wollte, dann würde man ihr unterstellen, dass dahinter eine Drag Queen steckt. Aber man will ihr ja nichts Böses. Ist ja alles nur eine Rolle. Bis man sie, wie neulich im Spex-Interview, fragt, was das denn für eine Rolle sein soll. Dann sagt sie, dass das natürlich keine Rolle ist. Und klimpert ein mal kurz mit den Wimpern.

Es mag daran liegen, dass dieser "Hollywood Sadcore", wie LANA DEL REY  ihren Sound selbst beschreibt, auf Albumlänge erst richtig wirkt. Denn nach ein paar Songs entwickelt das permanente Leiden der Protagonistin tatsächliche eine ziemliche Anziehungskraft. Und ohne Frage liegt das auch an der ansehnlichen Hip Hop Ästhetik der Beats, die man nach der Überbalade "Video Games" nun wirklich nicht als Stilmittel auf "Born To Die" vermutet hätte. Und während man sich im offensichtlich von Chris Isaak's "Wicked Game inspirierten "Blue Jeans" noch etwas dagegen sträubt, diesem armen Mädchen beizuwohnen, wie sie sich von einem Unglück ins nächste stürzt, sind solche Bedenken spätestens bei der Kapitalismus-Hymne "National Anthem" ad acta gelegt.

Denn wer mit dieser Trauer-Ghetto-Lyric so konsequent umgeht, der hat irgendwann zumindest dafür Anerkennung verdient, die üblichen Feminismus-Debatten des Frauenpop von der dunklen Seite der Macht beleuchtet zu haben. In "Carmen" überschlagen sich wieder die Streicher, wenn es heißt: "Darling, darling, doesn't have a problem / Lying to herself cause her liquour's top shelf / It's alarming honestly how charming she can be / Fooling everyone, telling how she's having fun". Und in "This Is What Makes Us Girls" kann man sich dann selbst aussuchen, ob "Born To Die" am Ende doch noch eine Moralpredigt hält, oder ob selbst das nur gespielt ist. Aber zum Glück ist das ja alles nur eine Rolle.



Trackliste:

01. Born To Die
02. Off To The Races
03. Blue Jeans
04. Video Games
05. Diet Mountain Dew
06. National Anthem
07. Dark Paradise
08. Radio
09. Carmen
10. Million Dollar Man
11. Summertime Sadness
12. This Is What Makes Us Girls

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Letzte Aktualisierung ( 31.01.12 )
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