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INTERPOL - Antics


28.09.04
Image
 
Label:
Matador / Labels / EMI
 
Bewertung

Redaktion:
4
 
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Rastplatz Antics

So ist das nun einmal: Einen abgefeierten Geniestreich als Debütalbum herausgebracht, damit um den Globus getourt, ja, und dann sollte irgendwann das zweite Album folgen. Vielleicht lässt sich dieser ständig wiederholende Prozess durch eine besonders ausgedehnte Tour und die sich eventuell anschließende kreative Pause verzögern, die Erwartungen an den Nachfolger werden dadurch aber wohl kaum geschmälert. Nun entscheidet sich nicht nur für die Band, wo der Weg hinführt, welches Potential in ihr steckt.

So ist das nun einmal? Ist es nicht möglich diesen Zeitpunkt auf ein drittes Album zu verschieben? Denn Interpol ziehen sich hier geschickt aus der Affäre: sie lenken zwar schon leicht ein, machen vor der Weggabelung aber doch noch mal Halt auf Rastplatz "Antics" und nehmen noch kurz einen Organisten als Anhalter mit an Bord. Will heißen: Interpol gehen kein Risiko ein und machen ungefähr da weiter wo sie aufgehört haben.

Mut beweisen die New Yorker damit nicht wirklich, auch wenn im getragenen und sich dann langsam steigernden Opener "Next Exit" überraschend eine Orgel beginnt. Gerade die ersten der 10 Songs wirken etwas poppiger als das Debüt. Auf der einen Seite ist das gar nicht das Schlimmste, was der Musik passieren konnte, im besonderen "Evil", das sich als eine der stärksten Nummern auf ?"Antics" herausstellt, gewinnt an Reiz durch den Ticken schroffer Geradlinigkeit in Verbindung mit Paul Banks Stakkato-Gesang in der Strophe, dann der im Refrain über allem schwebenden Stimme und den gewohnt bitteren Harmonien. Mehr Macht scheint auch die Rhythmusfraktion bekommen zu haben. Achtelnoten im 4/4 Takt von den Gitarristen Daniel Kessler und Paul Banks wie im zügigen und an den Höhepunkten beängstigend klaustrophoben "Slowhand" waren zwar auch schon früher prägend für den Klang, Schlagzeuger Sam Fogarino bekommt aber insgesamt mehr Raum, vor allem im treibenden, doch etwas schnöden ?Not even jail?. Interpol machen den Stills, die mit ihrem vor Kurzem erschienenen Debüt in die gleiche Melancholie-Bresche schlagen, in dieser Hinsicht noch so einiges vor, wenn sie die nötige Abwechslung durch Rhythmusvariationen einbringen.

Auf der anderen Seite nimmt das Album im Ganzen nicht mehr so gefangen. Es wird nicht wirklich klar, worauf Interpol hinauswollen. Zwar hat der Schwebezustand zwischen düsterem und dann aber doch wieder bewegendem Sound den Vorgänger zu einem großen Teil ausgemacht, ?Length of Love? oder ?A time to be so small? aber plänkeln vor sich hin ohne je den Punkt zu erreichen, an dem der Song ins Herz sticht. Schade, dass ?Antics? gerade gegen Ende so abfällt; neben Vorgänger "Turn on the Bright Lights" kann es daher trotz großer verbitterter Momente und altbekannter verwirrender Texte nicht ganz bestehen.





Trackliste:

01. Next exit
02. Evil
03. Narc
04. Take you on a cruise
05. Slowhand
06. Not even jail
07. Public pervert
08. C'mere
ß9. Length of love
10. A time to be so small
 
Nachricht an Autor t.wiesmann@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 03.09.09 )
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