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THE SHINS - Chutes Too Narrow


04.10.04
Image
 
Label:
Sub Pop / Cargo Records
 
Vö:
08.03.2004
 
Format:
CD
 
Links:
  
 
Bewertung

Redaktion:
5
 
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Status Quo, mal eben so

Die Shins können nur gewinnen. Vorausgesetzt, des Hörers Herz ist empfangsbereit für solch einen Einstieg in eine Platte, der Leute wie mich, die bei so etwas sofort schwach werden, umgehend zum Fan macht: dezente Handclaps, darauf eine geschrammelte Westerngitarre, flüchtiger Gesang. Plötzlich brät eine unverzerrte E-Gitarre herein, und auf einmal mutiert dieser einsame Spätsommerflirt eines kleinen Mannes mit einer Gitarre zum weltumarmenden Crescendo. "Kissing The Lippless" klingt eigentlich wie das Ende eines Sommertages, wurde von den Shins aus Albuquerque, New Mexico jedoch an den Anfang von "Chutes Too Narrow" platziert. Und man zeige mir diesen Menschen, der da nicht sofort durch die seltsam eiförmige Fantasielandschaft vom Cover tollen will.

Bereits drei Jahre zuvor überraschte das Shins-Debüt "Oh Inverted World"  mit einem Dutzend leicht schrulliger Pop-Kleinode, doch wenn man das, was die Band auf "Chutes Too Narrow" losreißt, verbal umreissen will, ist ein Wort wie ?Kleinod? in seiner Konnotation viel zu tiefstapelnd und verniedlichend. Denn auf diesem Album haben die Shins derart gewieft komponierte Asse im Ärmel, dass sie die Theorie provozieren, gäbe man diesen unfotogenen Landeiern Jobs als Ghostwriter im Popgeschäft, die Shins wären bald in aller Munde. "Fighting In A Sack" zum Beispiel hat eine solche Fülle an Hooks und Gimmicks im Sack, die derart rasant und komprimiert in zweieinhalb Minuten alles abdecken von Bababa-Chören über Mollausflug in der Bridge zu einem Mundharmonikasolo, dass das hier alles viel zu perfekt und schlau ist und die Suche nach dem perfekten Popsong mehr als einmal erfolgreich abschließt, um sie als liebenswerte, ewig juvenile Weirdos abzustempeln, auch wenn James Mercers Stimme so stoisch nölt wie eh undje und hier stets ein Augenzwinkern zugegen ist, so wird beispielsweise das penetrant falsche Anzählen der Songs zum Running-Gag institutionalisiert.

"Turn The Square" spielt gewitzt mit einem dieser Riffs, ohne die bei Weezer seit "Maladroit"  gar nichts mehr geht und verwebt im Refrain leichte Synthie-Sounds in die Powerpop-Akkordwechsel. Das Glockenspiel in "Saint Simon", die 60's Chöre im stampfenden "So Says I" oder die verträumte Pop-Stromschnelle "Mine's Not A High Horse", die Shins setzen jeden Ton an die richtige Stelle, und das mit beeindruckender Nonchalance. So wertvoll wie der Duft von Sommerwiesen nach dem Moment, in dem die Sonne kurz den Wolken weichen musste. Sieben zwingende Hits und drei reine, nicht minder gelungene Folkpop-Ausflüge "Chutes Too Narrow", neuer Status Quo in Sachen leicht verquerer Pop und ein echter Freund fürs Leben, dessen einzige Macke ist, dass er bei aller Unfehlbarkeit ein bisschen undurchschaubar ist.

 




Trackliste:

1. Kissing The Lipless
2. Mine?s Not A High Horse
3. So Says I
4. Young Pilgrims
5. Saint Simon
6. Fighting In A Sack
7. Pink Bullets
8. Turn A Square
9. Gone For Good
10.Those To Come
 
Nachricht an Autor Schubert_Jost@web.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 15.07.09 )
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