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r/v DARKEST HOUR - Oxford, The Zodiac


04.04.07

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Erkenntnislehre

 

DARKEST HOUR, BETWEEN THE BURIED AND ME, MISERY SIGNALS
Oxford, The Zodiac

Die spinnen, die Briten. Hatte dies so oder so ähnlich nicht sogar schon Obelix einmal erkannt!? Egal ... jedenfalls ist es schon kurios, wenn offizielle Bahnangestellte nicht wissen, welcher und ob überhaupt ein Zug von London nach Oxford fährt. Und auch gewöhnungsbedürftig ist, wenn Engländer kurz vor 20 Uhr schon so voll sind, dass sie sich in einer Wegbeschreibung maximal ein "street ... straight ... hfdjdfg" rausquälen können und überhaupt wenn Konzerte schon 19 Uhr beginnen. Krank!

 Aber ehrlich gesagt ist letzteres eigentlich gar nicht einmal so tragisch, weil man so immerhin noch einen passenden Zug für den Heimweg erwischen könnte. Aber für naive Deutsche ist das natürlich nichts. Tja, blöd also, wenn sich dann beim Eintreffen kurz nach acht erschreckenderweise rausstellt, dass die Engländer das mit dem Beginn 19 Uhr wirklich ernst meinen. Wiedermal eines besseren belehrt wurden!

MISERY SIGNALS war demzufolge längst passé und das Interview mit der Band dank Bahnpersonal und anderen Unfähigkeiten auch gestorben. Damn it! Und weil das alles noch nicht genug der Strafe war, standen auch schon BETWEEN THE BURIED AND ME auf der Bühne, die genau zu unserem Kommen den wohl prägnantesten Part ihres Albums "Alaska" spielen: jene Minute 3:50 bis 5:20 von "Selkies: The Endless Obsession". Eigentlich ein würdiger Empfang! Und wahrscheinlich auch der Höhepunkt des Sets, denn die restlichen 4 oder 5 Songs scheitern nicht unbedingt an der Verspieltheit der Band, sondern der kühlen Distanz und Zurückhaltung vor und auf der Bühne. Die Band verliert keine Worte und spielt sich in Trance, während das Publikum vor der gefühlsmäßig extrem hohen Bühne steht und sinnbildlich aufschaut, wie oben gefrickelt wird und dann plötzlich Sense ist. Ein kurzes "Thanks!" mag man noch vernommen haben in der Ferne.

 Völlig anders war danach das Bild bei DARKEST HOUR und irgendwie musste man wieder an Obelix denken: die spinnen! Wer dachte, das Pressure Festival sei von Prollos übervölkert oder Terror- und Hatebreed-Show würden die größten Volldeppen anziehen - falsch! Fast schämt man sich für DARKEST HOUR solche Fans zu haben, die in der Army-Vollausrüstung im Pit stehen, Tuch vorm Gesicht bis auf einen Seeschlitz, fiese Pose und dann aber mal völlig leer drehen. Karate als Leistungssport ist ein Scheißdreck dagegen. Und das war teilweise nicht mehr witzig. Pfui! Aber vielleicht ist man als Deutscher da eher etwas bedachter und emotionskonservativer, denn so wirklich machte sich keiner einen Kopf. Das Zodiac kurz vorm Abriss und die Band ballert auf der Bühne dazu alles raus. Gewohnt gut aufgelegt und auch gewohnt sauber ging es von der ersten Minute an mit "With A Thousand Words To Say But One" los. "Convalescence" folgte gleich im Anschluss und schon wurde es knapp mit der Luft im doch relativ kleinen Club. Gute Vorstellung der Band also, die zwischen den Großteil der aktuellen "Undoing Ruin"- Songs immer mal noch einen älteren Song zur Abwechslung einbaute. Doch auch DARKEST HOUR sollten leider keine halbe Ewigkeit spielen und so stand man ehe man sich versah schon wieder vor dem Club und das zu einer Zeit, bei der in Deutschland oftmals erst das Licht eingeschaltet wird. Die spinnen irgendwie, die Briten. Aber alles halb so wild, bleibt immerhin noch Zeit für das Bierchen danach.

photos by Mark Sapnik (www.myspace.com/nitefiresky)


 
Nachricht an Autor christophs@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 04.04.07 )
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