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..Interviews..

itv: KULA SHAKER Bassist Alonza Bevan im Gespräch mit triggerfish.de


22.10.07
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Der liebenswerte Waliser über das Comeback nach sechs Jahren

Mit dem neuen Album „Strangefolk“ melden sich die englischen 6ts-Rocker KULA SHAKER zurück auf den Bühnen der Welt. Sechs Jahre und etliche Nebenprojekte später erscheint das lang erwartete dritte Album, das seinen Vorgängern „K“ (1996) und „Peasants, Pigs and Astronauts“ (1999) in Nichts nachsteht. Sogar etwas geradliniger daherkommt. Dass es sich um keine Reunion, weil sich die Band nie aufgelöst hat, sondern um eine Reinkarnation KULA SHAKERs handelt, und was in der Zwischenzeit so alles passiert ist, davon weiß Bassist Alonza Bevan zu erzählen:

triggerfish.de: Hallo Alonza! Lange nicht gesehen, wie läuft’s?
Alonso Bevan: Wir fühlen uns gut. Sau gut, wieder auf Tour mit einem Album. Das war ein langer Weg hierher. Wir wussten erst gar nicht genau, was wir für ein Album machen wollen. Das mussten wir lange raus finden. Und das hat eben ein bisschen gedauert.
Wir haben anfangs einen Sound gefunden und dann ein paar Songs geschrieben. Nach einer Weile hatte man eben genug gute zusammen. Und hier sind wir wieder.
Alonza Bevan: Wir fühlen uns gut. Sau gut, wieder auf Tour mit einem Album. Das war ein langer Weg hierher. Wir wussten erst gar nicht genau, was wir für ein Album machen wollen. Das mussten wir lange raus finden. Und das hat eben ein bisschen gedauert. Wir haben anfangs einen Sound gefunden und dann ein paar Songs geschrieben. Nach einer Weile hatte man eben genug gute zusammen. Und hier sind wir wieder.

Und das hat sechs Jahre gedauert?
Absolut. Nein. Wir hatten KULA SHAKER auf Eis gelegt. Danach hat Crispian THE JEEVAS gegründet und ich bekam nach ein oder zwei Monaten einen Anruf von Johnny Marr von THE SMITHS. Dann ging’s für mich als Bassist bei seiner Band THE HEALERS weiter. Das ging viele Jahre. Ich war ein Teil dieser geheimen Vegetarier-Sekte der Musikindustrie. Eine tolle Erfahrung. Johnny hat mir viel beigebracht. Nicht nur kein Fleisch zu essen, sondern wie man Platten aufnimmt und mir andere Herangehensweisen erlernt. Wie man Musik macht und auch hört. Das hat unser Album „Strangefolk“ auf jeden Fall auch beeinflusst.

Image“Strangefolk“ scheint im Vergleich zu den Vorgängern ein Stück weit straighter und stellenweise poppiger geworden zu sein, die Sitar fehlt, oder?
Die einzige Verbindung von diesem zu den anderen Alben, ist, dass es keine gibt. Es ist einfach ein eklektischer Mix aus Sounds. Und was uns ganz wichtig war: Es ist Musik, die durch das Band der Band entstanden ist, als Performance. Viele moderne Platten sind irgendwie so zerhackt. Die Aufnahmen werden manipuliert! Processed Beats. Cuts. Wenn die Snare ein bisschen spät ist, kein Problem. Dann klickst du hier und da. Oder die Vocals werden getunt und so’n Scheiß. Das macht alles so nicht-menschlich, ohne Geschmack. Rock’n’Roll ist doch eigentlich imperfekte Musik. Die Art wie es swingt, oder mal eben nicht im Takt zu sein. Darum geht’s. Das ist der Kern unserer Platte.

Es gab damals ja Probleme mit Sony. Kommt „Strangefolk“ deshalb auf eurem eigenen Label raus?
Es war erst mal befreiend alles selber machen zu können. Die Kooperationen, in denen man endet, kompromittieren dich eben ein wenig. Du kannst nicht alleine all die Entscheidungen treffen. Dann werden eben auch ungünstige Entscheidungen getroffen. Dann natürlich diese ständige Kiste mit dem Marketing. Du bringst ein Album raus, gehst auf Promotion-Tour, dann das nächste Album und alles von vorn. Und dann muss man befürchten, dass man von der Plattenfirma gefallen gelassen wird, wenn nicht genügend Geld reinkommt. Das wurde uns alles zu viel. Wir haben uns gefragt, worum geht’s hier eigentlich?

Das war ja auch in der Zeit, in der die britische Musik einen Aufschwung feierte. So richtig habt ihr da aber nie rein passen wollen.
Das ist richtig. Damals suchten alle Plattenfirmen Gitarrenbands, die nach OASIS klingen. Aber wir haben sie verarscht. Die dachten, nur weil wir Gitarren haben, machen wir Britpop. Aber das war ja nicht nur ein Genre, sondern ein ganzer Komplex von Etiketten: Trinken, einen drauf machen, sich um nichts kümmern, einfach eine „gute“ Zeit haben. Das sind wir nicht. Wir hassen es ’ne gute Zeit zu haben. (lacht)

ImageKULA SHAKER mag es lieber spirituell?
Unsere Texte sind ja nicht nur über spirituelle Sachen. Aber Crispian ist schon seit vielen Jahre auf dem „Trip“, damit meine ich auf der Suche. Das ist ja eigentlich erstmal jeder, nur auf verschiedene Weisen. Die Band war damals ja in Indien und wir haben die Liebe des Landes erlebt. Und da hat für mich Alles Sinn gemacht. Ich hab’ begriffen, dass das Leben nicht aus Konsum und Werbung besteht und hab Gott gefunden. Aber nicht unsere Vorstellung von einem strafenden und bösen Ding am Himmel, dem du gehorchen musst. In Indien ist das ein so farbenfrohes Gebilde und Teil deines ganzen Alltags. Aber das sind eben die Unterschiede der Religionen. Wegen denen seit 1500 Jahren Kriege geführt werden. Das ist unsere Geschichte. Europa ist aus Religionskriegen aufgebaut worden. 

Mit „Great Dictator (Of The Freeworld)“ gebt ihr ein Statement zu politischen Verhältnissen zwischen christlicher und islamischer Welt ab.
Ja, der Song ist eigentlich allen Diktatoren der Welt gewidmet, die hungrig nach Macht sind und denen alles egal ist. Aber das ist das gleiche mit dem Kapitalismus. Es ist immer gut jemanden zu haben, der die Kontrolle hat. Einen Austausch von Gütern und Leistungen zu haben ist zwar gut, aber wenn das auf Kosten von allem anderen passiert, wenn das dein einziges Ziel ist … Diese Leute sind einfach besessen von Macht und zerstören dabei den Planeten. Das muss man doch auch mal sagen!
Musik und Kunst im Allgemeinen reflektieren ja automatisch was um sie herum ist. Man sagt immer Rockmusik kreiere diese ganze Waffenkultur und lässt die Leute Crack und Kokain nehmen. Glaub ich nicht. Die singen doch einfach über die Welt, in der sie leben.

Naja, aber irgendwie verstärken sie diese Welt dann ja auch.
Lebt ihr denn in dieser Rockwelt?

Hehe. Was glaubst du? Wir haben ja früher zusammen gewohnt. In verschiedenen Wohnungen, die wir uns geteilt haben. Das hat uns alle auf eine gemeinsame Linie gebracht. Und auch in der Zeit nach der „Trennung“ haben wir uns immer gesehen. Ich wohn in East-London in Hackney in der gleichen Straße wie Paul, unser Drummer. Vor zehn Jahren sind da alle Künstler hingezogen, weil es günstig war und dann wurde es immer teurer, weil die Leute es wegen der ganzen Musiker da cool fanden. Wie in den 90ern mit Camden, die gehen immer mehr gen Osten. Bald sitzen wir alle in Frankreich.

ImageWie sieht die Zukunft aus, muss man jetzt wieder sechs Jahre auf euch warten?
Wir haben schon ein paar neue Songs geschrieben. Woimmer wir sind, fallen uns neue Ideen ein. Also, der Plan ist weiter zu machen. Touren und dann das nächste Album. Ein paar Songs haben wir schon fertig. Da ist auch ein Song auf dem Album, „Dr.Kitt“, der in meinem Schlafzimmer aufgenommen wurde. Ich hab die Drums da aufgebaut und ein Demo aufgenommen. Dann dachten wir: Oh, das ist gut, das kommt auf's Album. Sowas in der Art wollen wir wieder machen. Wir werden aber auch wieder ins Realworld gehen, Peter Gabriels Studio.

Wir freuen uns davon zu hören.

 

http://www.kulashaker.co.uk

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Nachricht an Autor manuel@triggerfish.de
 
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Letzte Aktualisierung ( 06.07.10 )
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