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r/v BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB - 18.11.07, Köln, Prime Club
20.11.07
Lederjacken und Psych-Rock Biester
Das schon nach drei Wochen ausverkaufte und
mit 600 Leuten gut besuchte BRMC-Konzert war vorweg gesagt: Der absolute Hammer! Vor
zwei Jahren kamen die notorischen Lederjackenträger ebenfalls in den Prime Club, diesmal war alles noch
eine Nummer gewaltiger. Ohne Vorband rockte der BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB fast
zwei Stunden durch mittlerweile neun Jahre Bandgeschichte.
Diesmal sofort auf die Zwölf.
Erster Song „Berlin“. Dann “Weapon Of Choice“, „Stop“. Der Saal bebte. Erst
nach gut 20 Minuten kam dem Bassisten Robert Levon Been ein beherztes „Thank You“ über die Lippen,
ansonsten schrie die Musik für sie. Gar nicht mal so laut, wie man es erwartet
und gehofft hatte. Aber, obwohl man im Prime Club nicht immer die beste Sicht auf die Bühne hat, intim
werden die Künstler mit dem Publikum automatisch.
Trotz dem erkälteten Robert
und kränkelnden Schlagzeuger Nick Jago wurde der Gig zum Glück nicht gecancelt. Man habe mittlerweile so viele Freunde in
Köln und wolle niemanden enttäuschen, hieß es glücklicherweise. Einer dieser Freunde schenkte
Robert eine ihm verblüffend ähnlich aussehende Marionette, mit der er stolz dem
Publikum winkte. Dass kurz vor Ende seine Stimme versiegte störte dann niemanden.
Der BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB gehört mit mittlerweile vier Alben zum
unweigerlichen Bonmot der Garagerock-Szene. Der brachiale bis bluesfolkige Klangteppich eröffnet ganz neue
Konzerterlebnisse. Songs wie das überraschende „U.S. Government“ oder das
obligatorische „Spread Your Love“ sind zwar simpel gestrickt und mit der
klassichen Drums, Gitarre und Bass Kombination verhältnismäßig einfach bestückt.
Aber der BRMC beweist, dass jede
Band mit mehr Instrumenten Überfluss betreibt. „I gave my heart to a
simple chord. I gave my soul to a new religion.”
Nach „Love Burns“ wechselten Peter und Robert die Positionen an Bass und
Gitarre, sowie Lead und Backing Vocals, wobei letztere Unterscheidung des Öfteren verschwamm. Vielsaitigkeit scheint eine
Tugend, die der BRMC außerordentlich
beherrscht. Daher betörten nach den anfänglichen schnellen ein paar ruhigere
Songs das gemischte aber meist schwarz-bekleidete Publikum, zu dem u.a. Blackmail Sänger Aydo gehörte.
„666 Conducer“ bot ein mehr-minütiges
Gitarrengewittersolo par excellence bevor überhaupt der Refrain gespielt wurde.
Live werden diese Songs - „666 Conducer“ exemplarisch für das
unerreichbare dritte Album „Baby 81“ - zu ungestümen, sexy-dreckigen Psych-Rock-Biestern.
Viele Songs wurden improvisiert und überraschten damit, nicht so
wie auf Platte zu klingen. Der BRMC
erweckt eigene Sounds zum Leben. Manchmal vielleicht ohne genau zu wissen was dabei
rauskommt. Und das ist gut so!
Zur Zugabe drei Songs. Zuerst nur
akustisch „Took Out A Loan“ von Peter mit Mundharmonika und später der letzte Song „High/Low“, eine B-Seite von
„Stop“, der mit den Zeilen „keep it high, keep you low“ ein äußerst zufriedenes Publikum hinterließ. Ein kurzes „Vielen Dank“ beendete schließlich eine psychedelische Garagerock-Gala.
Setlist:
01 Berlin 02 Weapon
03 Stop 04 Love Burns 05 666 Conducer 06 Ain’t No Easy Way 07 Spead Your Love 08 Red Eyes And Tears 09 Awake 10 White Palms 11 Complicated Situation 12 Fault Line 13 As Sure As The Sun 14 American X 15 U.S. Government 16 Whatever Happened To My Rock’n’Roll (Punk Song) 17 Took Out A Loan 18 Ha Ha High Babe 19 High/Low